Druckschrift 
1 (1858) A - CF
Entstehung
Seite
736
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736 BAL. Nr. 1875.

oben an der Mauer ist ein Wappenschild mit Einhorn, und unten stehtauf einem Täfelchen das Monogramm H II. H. 12 Z. 9 L. Br. 7 Z.4L.— Bartsch VIII. p. 470 No. 15 schreibt dieses Blatt dem HansBrosamer zu, es ist aber sicher von Baidung, so dass wir jetzt auchein Monogramm für ihn haben, welches von jenem des II. B. Grünabweicht.

1675. Baldassaro Feruzzi, Maler und Architekt, wurde 1481 zuRAT SFN Accajano im Gebiete von Siena geboren, und nannte• OL ^ 1 ^- s kh daher auch Baltatar Sienensis. "Wir haben überdiesen berühmten Meister im Künstler-Lexicon XI. S. 136 ausführlichgehandelt, und auf seine Werke hingewiesen. Hier handelt es sich zu-nächst um einen Holzschnitt in Helldunkel von zwei Platten, welchenBartsch XII. p. 133 No. 12 beschreibt. Er erkennt in der Darstellungden Neid, welcher auf Befehl des Apollo von Herkules aus dem Tem-pel der Musen gejagt wird. Allein Vasari dürfte hier der Deutungnäher gekommen seyn, indem er die Vertreibung des Geizes vom Par-nass erkennt. Die fliehende Figur hat kein Emblem, welches auf denNeid deutet, und der angebliche Tempel im Grunde ist eher einTriumphbogen corinthischcr Ordnung, als ein Tempel der Musen. I»der Ferne zeigt sich das Frontispice eines Tempels des Neptun. Apollo,von acht Musen umgeben und mit Minerva zu seiner Rechten, beflehWdem Herkules, den Geiz von dannen zu jagen. Dieser, als Weib,flieht mit Vasen und anderen Gerätschaften. Links unten steht:BAL. SEN., rechts PERVGO. II. 11 Z. 2 L. Br. 8 Z. 6 L.

Vasari sagt, dass B. l'eruzzi dieses Blatt selbst geschnitten habe,allein Bartsch u. A. erkennen darin eines der schönsten Werke dos Hugoda Carpi, aufweichen auch das Wort l'KRVGO, d. i. I'ER VGO, passt.Man kennt indessen zwei verschiedene Abdrücke, welche vielleichtnicht von einer und derselben Platte kommen, so dass zuletzt dochl'eruzzi selbst einen Schnitt dieser Vorstellung unternommen habenkönnte, und dem Hugo da Oarpi nur die zweite Platte bliebe. Diesogenannten sehr seltenen ersten Abdrücke sind in der Zeichnungstrenger durchgeführt, indem Kchraffirungen angewendet sind, welcheauch die Ilalbtinten mehr decken, als gewöhnlich. Es kommen nurselten Lichtstellen vor, und diese sind durch sehr zarte Strichlagenbewirkt. In dem zweiten Abdrücken sind die Schatten partion nicht soeng belegt, sondern heller, und die Schraffirungen ohne Ilalbtinten-Man bemerkt deren an dem beleuchteten Theile des Körpers des Her-kules, und an dem linken Arme der an den Baumstamm sich lehnen-den Nymphe nicht mehr. Die zweite Hatte ist durch eine neue er-setzt, welche aber in den Ktriehlagon steifer ist, und schwerfällig*Massen zeigt. Auf genaue Zeichnung und Abstufung sieht der Malet'mehr, als der Formsclmoidcr von Profession, und somit könnte Perus»die Hauptplatte selbst geschnitten haben. Um aber hierin zum siche-ren Resultate zu gelangen, miissl.e noch eine genauere Untersuchunggepflogen werden.

Nach A. Zanetti ((labinet Cicognaxa p. 10) schreibt man ihm dieKupfer eines Buches über die römischen Altcrthümer und eines Cow-mentars zum Vitruvius zu. Entere sind wohl jene im IV. u. V. Buchedes architektonischen Werkes von S. Serlio, welche über die Denk-mäler Roms handeln. Zani, Enc. mct. IX. p. 125, beschreibt einehöchst seltene Radirung mit den Jüngern in Emaus.

B. Peruzzi soll nach einigen aus Volterra stammen, in diesen 1Falle kann er sich aber nicht Siencser nennen. Er starb in Rom 1536'