AW. Nr. 1499 — 1501. 669
y°r, und man kann seiner weiteren Thiltigkeit noch fflglich ein paarDecennien einräumen. Die Buchstaben A W. sind der Erklärung auf,,de Witte" nicht hinderlich, da wahrscheinlich von einem Ortsnamen die«ede ist. In diesem Falle ist lateinisch „de" durch a zu geben, und•^ W. bedeutet daher A. Witte.
Das Gemälde der Anbetung in München, welches in keinem Fallevon van Eyck herrühret, wenn es ihm auch in jeder neuen Ausruhedes Cataloges zugeschrieben wird, weiset ebenfalls ein Monogramm auf.Auf dem Gürtel des Sklaven neben dem Mohrenkönige bemerkt man«unlich ein aus VI' oder VI) bestehendes Zeichen, welches nur inetwas anderer Form und mit durchstrichenem V auch auf einem Bildeun Schlosse zu Wörlitz (gothisches Haus) vorkommt. Dieses GemäldeStellt die Madonna mit dem Kinde und zwei Heilige dar, und wirdeinem Meister der Schule des van Eyck zugeschrieben. Ein solcherls t nun L. de Witte, auf welchen auch das Monogramm VI' oder V Dgedeutet werden kann. Das V mit Querstrich kommt auch wohl ander-wärts für W vor, und überdiess ist ja die Orthographie im 15. Jahr-hundert nicht so fest bestimmt. Der Buchstabe V tritt öfter für W ein,u "d letzteres wird auch durch VV gegeben. Somit könnte man VittePinxit, oder De Vitte lesen, letzteres statt Witte.
1499. Unbekannter Formschnelder, welcher in der ersten Hälftedes 16. Jahrhunderts in Italien thätig war. Nach Brul-liot II. No. 179 findet man dieses Zeichen auf Titel-Ein-fassungen, oder Randleisten in Büchern, welche gegen1532 zu Venedig gedruckt wurden. Der genannte Schrift-steller gibt aber kein Druckwerk an, um daraus zu ersehen, ob nicht'rgend ein deutscher Buchhändler in Venedig drucken Hess. Wir wissendiess von Leonhard Alantse in Wien, welcher von 1508 an bei PeterLichtenstein daselbst Manuseriptc zum Drucke beförderte. Es wäre indessengewagt, unter A W. den Buchhändler Alantse von Wien zu vermuthen,Obgleich er früher mit dem Formschnitte sich befasst hatte. Wir müssendaher die Erklärung schuldig bleiben. Alantse's Verlagszeichen bestehtaus einem zum Kreuze geformten L mit angehängtem A.
1500. Abraham van Weerdt fand oben unter dem Monogramm A W.A^rr No. 1488 eine Stelle, und daher bemerken wir hier nur,
dass auf etlichen Holzschnitten der Endter'schen Bibel ausserdem Monogramm auch die Initialen A W. vorkommen. Dann findet mans 'o auf kleinen Blättern im „Orbis sensualium pictus quadrilinguisJ-A. Comenii," 8. Die Darstellungen aus Ovid's Verwandlungen, Nürn-berg 1039, gehören zu den Hauptwerken des Künstlers.
___ 1501. Adrian Wirdt, od. ein unbekannter kölnischer Formschneider.
lAW/*! Die gegebenen Initialen gehören einem Zeichner oder Form-l~ y" | Schneider an, welcher schon vor 1524 in Köln thätig war,gleichzeitig mit einem T W, dessen Blätter mit jenen des A W so sehrübereinstimmen, dass man auf gemeinsame Bildung beider Künstler,u "d wohl auch auf Stanimverwandtschaft schliessen muss. Mit demgleichzeitigen Formschneider Anton Woensam von Worms sind sie aber«cht Eine Person, obgleich AW die Initialen des Namens desselbens 'nd. Im Volksdialckte lautet Anton „7V;tmissm", so dass T W mit A Wdieselbe Bedeutung haben könnte; allein von Anton Woensam kannkeine Rede seyn, obgleich man lilättcr von T W in Büchern findet,welche der genannte Meister illustriren half. Die Manier, in welcherdiese Künstler arbeiteten, ist zwar nicht sehr entfernt, doch verräths ie immerhin eine andere Gewöhnung der Hand. Die Meister A W.und T W sind fleissige Praktiker, und schraffirten viel enger als Anton