Druckschrift 
1 (1858) A - CF
Entstehung
Seite
658
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658 AW. Nr. 1478-1479.

4) (B. 14.) Das Schaf mit dem säugenden Lamme, fast vom Rückenetwas nach links. Im Grunde liegt ein anderes Lamm neben einerStaude. Hechts unten A. V. V. F. 1010. H. 2 Z. 6 L. Br. 3 Z. 6L.

5) (B. 15.) Die zwei Schafe, das eine rechts liegend vom Rückengesehen, das andere links in y 4 Ansicht. Links unten: A. V. V. F. 1070,rechts der Buchstabe A. leicht geritzt. IL 2 Z. 6 L. Br. 3 Z. 6 L.

6) (B. 16.) Die liegende Ziege, und ein Lamm rechts gegen denGrund zu. Dieses äusserst seltene Blatt ist mit A. V. V. bezeichnet,und kommt desswegen unter diesen Initialen No. 1474 vor.

Die alten Abdrücke dieser meisterhaften Folge sind im Ganzen sehrseiton, da die Platten bis um 1810 unbenutzt irgendwo versteckt lagen.Endlich erhielt sie Piöri-Benard in Paris, und nach dessen Tod schei-nen sie nach England gekommen zu seyn. Nur die Platte mit der lie-genden Ziege (No. 16.) ging verloren. Von den ersten fünf Plattenwurden neue Abdrücke gemacht, welche noch gut ausfielen. Sie sindaber in den Schattenparthien zu schwarz, und russfarbig, selbst inExemplaren auf kräftiges chinesisches Tonpapier. Doch wurde auchgewöhnliches weisses Papier benutzt, aber in weniger Exemplaren, alsauf Tonpapier.

Diess ist hinsichtlich der Abdrücke von den Originalplatten zu be-merken. Nun gibt es aber auch Copicn von allen sechs Blättern.Solche haben wir von Reinier Vinkeles, welcher sie mit A. V. V. D, 1070bezeichnete, wie an betreffender Stelle zu ersehen ist. Im Univorsal-Kunstbuch, welches von 1837 an im bibliographischen Institute zu Hild-burghausen heftweiso erschien, sind ebenfalls die sechs Blätter copirt.Ueber die Copien nach dem Blatte mit der liegenden Ziege haben wirunter A. V. V. gehandelt.

1478. Abraham van Werdt, Formschneider, wahrscheinlich hollän-y^ discher Abkunft, war um 1640—1680 in Nürnberg

^ thätig. Er arbeitete da für die Endter'sche Bibel,

v / und für eine Ausgabe der Verwandlungen des Ovidiusrj f\ \\ 7 mit deutschem und französischem Text, welcheIJ. \y 1689 zum zweiten Male aufgelegt wurde. Auf denBlättern in diesen Werken stehen aber gewöhnlich die Initialen A. W.,oder ein Monogramm aus diesen. Nur das zweite Zeichen steht aufdem Blatte mit Deucalion und Pirrha. II. 2 Z. 3 L. Br. 3 Z. 4 L.

Das erste Zeichen findet man auf einem Holzschnitte, welcher dieOfficin eines Buchdruckers vorstellt. Rechts ist die Presse, und zweiMänner schwärzen ein. In der Mitte ist ein grosser Kasten, und linksarbeiten die Setzer. Ueber dem Kasten ist das Zeichen des A. v. Werdt,aber grösser als obiges, und geradestehend in einem Kranze mit Genien.Links unten ist obiges Zeichen, rechts der Name des A. v. Werdt,qu. fol. Man darf diesen Künstler nicht mit Adrian de Wecrdt ausBrüssel verwechseln, welcher 1570 starb. Heller nennt ihn irrigA. van Werf.

1479. Adrian van der Wilge, Medailleur, war in der ersten HälfteA .\7.\x7 < * es *'■ Jahrhunderts thätig. Man findet von ihm mehrere

/fM lii mittelmässige Medaillen auf den Prinzen Friedrich HeinrichJb-V- W- von Oranien, worunter jene auf die Einnahme von Fcrnam-bnco zu den besseren gehört. In dem Medaillenworko von van Loonsind mehrere Stücke van der Wilge's gestochen. Auf einigen stehendie gegebenen Initialen. Dieser Künstler scheint um 1630—1640 inMiddelburg gearbeitet zu haben. Ob ihm das unter A. V. D. W. er-wähnte Blatt angehöre, können wir nicht bestimmen.