Druckschrift 
1 (1858) A - CF
Entstehung
Seite
627
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AVE. Nr. 1447. 627

durchgreifend ist. Graf Leon de Laborde (Histoire de la gravure ennjaniürc noire p. 134) ist aber überzeugt, dass Everdingen die bei demVerfahren in Schabmanier gebräuchlichen Instrumente gekannt habe,nämlich die Wiege und den Schaber, oder Granirstahl. Evident scheintihm die Anwendung derselben in den von Bartsch No. 10, 11, 15, 19,20 und 54 beschriebenen Blättern. Mehr als diese Radirungen habenaber folgende das Ansehen von eigentlichen Schabblättern.

108) Landschaft mit zwei Männern und einem Hunde. Rechts siehtman drei Hütten auf dem Felsen, und im Grunde einen Zaun vonPlanken mit einem Thore, theils von Bäumen verdeckt. H. 5 Z. 1 L.Br. 7 Z. 5 L.

Zuerst erwähnt ist dieses Blatt in der Wiener Literatur-Zeitung 1813No. H 7 und ZW ar in II. v. Hauer's Recension des Peintre-graveur von

A. Bartsch. Brulliot gab später in der Table göneralc No. 254 nachdem Exemplare in der Sammlung des Grafen von Fries eine genauereBeschreibung. Das von Mr. L. de Laborde 1. c. erwähnte, und vonBartsch nicht beschriebene Blatt mit drei Hütten und einem Planken-zaun dürfte dasselbe seyn, obgleich er von der Staffage nichts bemerkt.

B. Weigol geht in den Supplem. au peintre-graveur p. 79 auf diesesäusserst seltene Blatt ein.

109) Die zwei Weidenbäume. Im Vorgrunde führt links zwischenSteinen, und einer ^on der Mittn des Blattes sich nach rechts hin-ziehenden Anhöhe mit einem grossen Baume der Weg nach dem Wasserzu, dessen jenseitiges Ufer mit Bäumen besetzt ist, worunter sich zweiWeiden auszeichnen. Zwischen diesen, und dem auf dem Erdhügeldes Vorgrundes stehenden Baume bemerkt man das Dach eines Hauses,"nd ein paar andere Häuser sind rechts im Mittelgrunde sichtbar.Hinter diesen Häusern, und hinter einer Bretterwand ragen hohe Bäumeempor. Vorn gegen die Mitte zu am Wege ist das zweite der obengegebenen Zeichen. An vielen Stellen hat das Scheidewasser den Aetz-grund durchgefressen, wodurch ein Tuschton entstanden ist, der nicht«bei lässt. H. 3 Z. 8 L. B.r. 5 Z. 10 L.

Von der Existenz dieses sehr seltenen Blattes haben wir durchHrn. Börner Kunde, und er betitelt es die „zwei Weidenbäume", dakeine Staffage vorkommt. Hr. Börner, welcher als Kenner und Radirergleich ausgezeichnet ist, vermuthet aber keineswegs in dem Tuschtondie Anwendung des Schabeisens, wie Graf L. de Laborde in dem No. 108beschriebenen Blatte. Nach seiner Ansicht hat das Scheidwasser denAetzgruwd durchgefressen, und somit sind die an die schwarze Maniererinnernden Stellen nur zufällig entstanden. Auch in dem erwähntenBlatte mit den drei Hütten, welches wie das obige, radirt und ge-ätzt ist, sind nur einige Stellen in Schabton, wir wagen es aber demHerrn L. de Laborde gegenüber nicht auszusprechen, dass dieselbenebne Anwendung des Schabeisens, nur in Folge des zu scharfen Durch-gveifens des Scheidwassers entstanden seien. Börner hat aber in demBlatte mit den zwei Weiden sicher recht gesehen. In einigen Blätternscheint Everdingen das stellenweise Durchfressen des Aetzwassers be-absichtiget zu haben, sowie er in anderen Radirungen den Tuschton durchden Schleifstein hervorbrachte. Er mag darauf durch die neue Kunstder schwarzen Manier geführt worden seyn, das genaue Verfahren der-selben scheint er aber nicht gekannt zu haben, da es damals noch ge-heim gehalten wurde.

1448. Franz de Paula Ferg, welcher 1689 zu Wien geboren wurde,

•i a j —, und 1740 in London starb, soll nach Brulliot I. No. 392 Ge-

Y/p mälde mit diesem Zeichen versehen haben. Er malte Land-

-cVX. schaften, Marinen und Genrebilder, alles mit grossem Fleisse.