Druckschrift 
1 (1858) A - CF
Entstehung
Seite
626
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626 AVE. Nr. 1447.

merkt auch Grabstichelnachhülfen, doch ist der links vorn befindlicheHügel und der Stamm des ihn krönenden Baumes weniger bearbeitet,als im dritten Drucke.

III. Der oben erwähnte Flecken ist mit dem Stichel und der Nadelleicht überarbeitet, man bemerkt aber noch etwas Schmutzton. DerBaumstamm auf dem Hügel, welcher in II. noch viele Aetzarbeit zeigt,i5t fast gänzlich überstochen, und daher dunkel. Der im zweiten Druckenoch klare Stellen zeigende Hügel hat eine Lage sich kreuzender Taillenvon gleicher Stärke. Neben dem Fusse des Hügels sieht man Wasser-pflanzen. Drei Partien stehen aufwärts, die vierte senkt sich demWasser zu. Nur 1 und 4 haben im zweiten Drucke Grabstichel - Re-touchen, in III. erscheinen sie alle gleich dunkel.

Folgende zwei Blätter beschreibt Direktor Frenzel in Dr. Naumann'sund Weigel's Archiv I. S. 118. Sie gehören zu den grossen Selten-heiten, da weder Bartsch noch R. Wcigel Kunde davon hatten. Imk. Kupferstich-Cabinete zu Dresden finden sich Abdrücke.

106) Landschaft. Von der linken Seite her bis nach der Mittebreitet sich ein überhängender halb beleuchteter Felsen aus. Unten istein kleiner Vorsprung, und durch einige Steinblöcke bildet sich dieMeeresküste. Am Fusse des Felsens sind einige Hütten von Gesträuchumgeben, und in der Ecke des Blattes nach dem Vorgrunde zu, bemerktman Männer, welche einen Kahn ein- oder ausladen. Am Horizontnach rechts zeigt sich ein zweimastiges Schiff. H. 3 Z. 9 L. Br. 4 Z. 4 L.

Dieses sehr geistreich radirte und kräftig geätzte Blatt gleicht nachFrenzel für den Gegenstand in einigen Theilen dem bei Bartsch No. 31beschriebenen Blatte. Es scheint nur der Standpunkt verändert zu seyn.

107) Waldige Gegend. Rechts im Vorgrunde breitet eine hoheBuche die Aeste aus, und hinter dieser sind Bauernhäuser von Gebüschumgeben. Von da zieht sich hinter dem Hügel abwärts nach einemstehenden Wasser ein Bretterzaun mit einer Thüro, in deren Nähe zweibuschige Weidenbäumc sich •erheben. Links bilden sich mehrere Baum-gruppen, und vorn auf dem Felsenblockc wird ein sich neigender dürrerBaumstamm von der Einfassungslinic der Platte durchschnitten. Untengegen die Mitte stehen die Buchstaben A VE. H. 3 Z. 9 L. Br. 5 Z. 10 L.Dieses höchst geistreich radirte und kräftig geätzte Blatt zeigt ver-schiedene Stellen in Schabton, besonders links und rechts im Vorgrunde.Der Kunsthändler und Kupferstecher F. A. C. Prestel hat das Blatt co-pirt, und selbes im Unterrande bezeichnet: f, Prestel cop. In Naumann'sArchiv 1855, Heft IL S. 117 ist diese Copie im Abdrucke beigefügt.Das Original hielt man früher für ein Unicum. Es befand sich im Be-sitze des Senators Dr. Gwinner in Frankfurt a. M., dieser Kunstfreundttberliess es aber 1851 durch Prcstel's Vermittlung dem k. Kupferstich-Cabinet in Berlin. Direktor Frenzel wies 1855 in Dr. Naumann's Archivein zweites Exemplar im k. Cabinet zu Dresden nach. Im Jahre 1857entdeckte Herr Dr. Gwinner in der Kuusthalle (Kunstverein) zu Bremenzwei andere Exemplare, von denen aber das eine defekt ist. Sie gingenals Legat des verstorbenen Kunstfreundes Albers in die Kunsthalle über.Somit kennt man jetzt statt einem, vier Exemplare.

Versuche in Schabmanier.A. van Everdingen scheint dieser zu seiner Zeit von Ludwig vonSiegen erfundenen, und auch von dem Prinzen Rupert von der Pfalzgeübten Kunst Aufmerksamkeit gewidmet zu haben, da in mehrerender von ihm radirten Blätter Stellen mit Schabton vorkommen.Bartsch macht darauf aufmerksam, erkennt aber darin nur etwas Zu-fälliges, da das eigenthümliche Verfahren der schwarzen Manier nicht