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Buchstaben A. V. erst beim späteren Drucke eingestochen worden seien,was aber noch nicht erwiesen ist. Jedenfalls machen die erwähntenBlätter beiden Künstlern Ehre. Auch noch auf drei anderen Blätternnach Rafael kommen die Buchstaben A. V. im Täfolchen vor, deren abereines wie jenes des Marc Anton geformt ist. Diese Blätter sind nachMarc Anton copirt, und stellen die Philosophie, Herkules u. Antheus, undden Sturz des Phaoton vor. Aul' sechs Blättern kommt das Täfelehendos Agostino allein vor, und wir geben es unter den figürlichen Zeichenin Nachbildung. Ungefähr 30 Stiche sind ohne alle Bezeichnung. Unterletzteren sind aber Hauptwerke, wie der Tod des Auauias, und derBauer mit der Bäuerin, beide nach Raphael.
Supplemente zum Peinlre-graveiir und zum Künstler-Lexicon.
1) 1IJKRONYMVS ALEANDBR (sie.) ARCIIIKITSCOPVS BRVN-DV8INV8 ET OHIT. S. T. E. OAT. M.]).XXXVII1. Oben links A. V.II. 12 Z. 4 L. Br. 8 Z. 4 li. — Bartsch No. 517 kennt nur einen Ab-druck mit dem Beisatze nach Brundusinus: KT ORITANVS MDXXXVI,nennt aber den Bischof irrig Alexander, worin ihm auch Malaspina ELp. 73 folgt. Heinecke erwähnt eines Abdruckes mit der .JahrzahlMDXXX1II., scheint aber nicht richtig gelesen zu haben. Kr hattewahrscheinlich den oben erwähnten', Bartsch unbekannten Abdruck imSinne, da man kein Kxemplar mit der Jnhrzahl 1533 aufgefunden bat.
2) Das Opfer des Cain , beschrieben von Bartsch unter den Blät-tern anonymer Meister der Schule des Marc Anton XV. p. 8 No. 3,und oben No. 971 im Artikel des ,,nmir-ua bononienfif". Malvusin legtdieses Blatt in der Fehina pittric.e den .1. Bonasone bei, bemerkt aber,dass man zu seiner Zeit Stich und Erfindung fast allgemein dem AmicoAspertino (dem erwähnten Amicus bononiensis) zugeschrieben habe.Heinecke I. p. 391 sagt indessen, dass Mnrollos auf dem im PariserCabinet vorhandenen Kxeniplure das Zeichen des Agostino Venoziamibemerkt habe, womit auch Brulliot übereinstimmt, welcher dasselbeKxemplar gesehen zu haben behauptet. Marictte hatte ebenfalls Ge-legenheit, das Blatt zu untersuchen, entschied aber zuletzt für Asper-tino. Andere schrieben die Krtindung dem Rafael zu, was nur in demFalle Grund hätte, wenn das Blatt dessen Compositum eines der Sockel-bilder in den vatikanischen Arkaden enthalten würde. Diese Darstel-lung ist von einem Schüler Marc Anton's 1544 gestochen, das fraglicheBlatt hat aber keine Jahrzahl. Im ('abinet zu Paris liegt es im Werkdes Rafael.
3) Judith und Iloloferncs. Eine uns unbekannte Vorstellung dieserScene wird im Catalog Sykes III. p, 47 No. 617 dem Agostino Vene-ziano zugeschrieben, aber ohne nähere Beschreibung. Eine von GildioBonasone gestochene Darstellung der Judith, wie sie den Kopf desllolofcrnes in den Sack steckt, beschreibt Bartsch XV. 8. Die Compo-situm ist von Rafael.
4) Die Israeliten in der Wüste Manna sammelnd. Links liegenzwei Männer zu den Küssen des Moses, und mehrere andere Männerund Weiber sind mit dem Einsammeln beschäftiget. Rechts bemerktman ein Kind und zwei nackte Männer mit Vasen. In der Mitte untenA. V. H. 11 Z. Br. 16 Z. 3 L. — Bartseh No. 8 schreibt die Com-positum dem Raphael Ar, welcher in der achten Arkade des Vatikaudiesen Gegenstand behandelt hat. Der Stich ist aber nicht nach demGemälde gefertiget, sondern angeblich nach dem ersten Entwürfe ineiner Zeichnung, welche Antonio Armani in Bologna besass. Passavantmöchte sie einem Schüler Rafael's zuschreiben. Zani verfiel irrigerWeise auf Carravaggio.