AV. Nr. 1406—1407. 585
Künstlor-Loxicon XVIII. S. 68 ff. aufgezählt, und dabei auf die Lite-ratur derselben hingewiesen. Fast dasselbe Werkzeichen führte auchloch sein gleichnamiger Sohn, welcher 1484 urkundlich auf den Schau-Platz tritt, nachdem er wohl schon viel früher dem Vater hülfreich zurSeite gestanden hatte. Auch auf Werken dieses Meisters, welcher sichKewöhnlich Sürlin oder Sirlin schrieb, haben wir im Künstlcr-Lexiconaufmerksam gemacht. Sein Zeichen, das dritte, findet man nach einerAngabe im Kunstblatt 1833 S. 410 auf dem Risse zu einem Altare,Welcher überdiess auch den Namen dos Meisters trägt: jonrg sirlin 1408.jJjese Jahrzahl steht am Altäre des Domes in Ulm, und vielleicht ent-hält die Zeichnung den Entwurf zu demselben. Indessen ist auch derAltar von Bhuibeucrn von 1498. In den Ilüttenrcchnuiigen wird desGeorg Sürlin 1817 zum letzten Male gedacht.
14Ü0. Alessandro Vajani, genannt Alessandro Fiorentino, hatte umAA7 \ 7 1630—1650 in Mailand Ruf. Kr malte historische Dfcr-JvC /C\ sto " l,n k' (; "i worunter Lanzi die Goissltuig Christi in St. Bcr-' V uardiiio eines Palma Vecchio würdig hält. Auch das vonBartsch P. gr. XX. p, 123 beschriebene radirtc Blatt des Künstlers,Welches den auf dem Grabe liegenden Leichnam Christi vorstellt, er-•nnert noch an die ältere italienische Schule. Die gegebenen Mono-grammen findet man auf den Kupferstichen von Johann Troschcl, welcheTrophäen mit Kinderfiguren vorstellen. Sie bilden eine Folge, fürWelche auch andere Künstler gestochen haben, fol. Das MonogrammJjes Künstlers findet sich auf Zeichnungen, und auch Genrebilder sollendamit, versehen seyn, besonders mehr oder weniger ausgeführte Skizzen.Gemälde dieser Art stellen Spieler, Raufereien und andere leidenschaft-liche Auftritte vor.
1407. Albert Tegel, Formschneider in Berlin, war Schüler vonäT ^%AT ^ Ar Pnzelmann, und gehört jetzt zu den berühm--<^a_ / .JvV / /\,xV testen Künstlern seines Faches. Zugleich einS(^~~ \A) //f- /K llC> ßottbter Zeichner, und in der Malerei erfahren,% ^<■ „JÖC/tSC/, iJv). ist er im Stande, jede Vorlage in dem ihr eigen-'humlichen Charakter wieder zu geben. Seine Blätter gehören daher?"■ den schönsten Erzeugnissen der modernen Xylographie, welche vorJenen der französischen und englischen Schule auch noch das Verdiensteiner strengen Zeichnung für sich haben, da die deutschen Meister demMalerischen Effekte nicht alleinige Rechnung tragen. Wo es indessen8'lt, eine malerische Wirkung zu erzielen, weiss auch Vogel seinenStichel in der Art zu führen, dass auch hierin jener Anforderung Ge-'' u ge geleistet ist. Namentlich sind die Blätter nach Adolph Menzcl'sZeichnungen hervorzuheben , welcher überhaupt der Xylographie einenUmschwung gab, der sie zu den höchsten Leistungen dieser Art führlcJjnzelmann, E. Kretzschmar, A. und 0. Vogel u. A. sind Träger dieser^■anzperiode der neuesten Zeit.
A. Vogol's Blätter sind sehr zahlreich. Zu den früheren gehören■j| n e in der Geschichte der neueren deutschen Kunst von A. Grafenftaezynski, in Sporschil's Geschichte des dreissigjährigen Krieges nach*• M. Pfeiffer, in B. Duller's, und Sporschil's Geschichte des deutscheny°lkes, in der bei Gubitz erschienenen Ausgabe des Nibelungen-Liedes"! neuer Verdeutschung von Heinrich Beta, an welche sich 1851 auch< " e Klage in neu hochdeutschen Reimen schloss, ferner die Blätter in^rschiedenen Volkskalendern von F. Hoffmann, Steffens, in Marbach'sjjolksbücbern u. s. w. Einer ausgezeichneten Erwähnung verdienen*°er die Illustrationen nach J. Hühner, E. Bendemann und II. Stilke inder Wigand'schen Pracht-Ausgabe des Nibelungen-Liedes, welche 1840