AV. Nr. 1401 — 1403. 583
wo auch noch andere analoge Werke aufbewahrt werden, nämlich injener Richtung, welche durch die Schule des Jan van Eyck auchin Bayern, zunächst durch Friedrich Ilerlen von Ulm, Eingang ge-junden hatte, und mit mehr oder weniger Glück gepflegt wurde. —Dem Monogramme ist auch noch eine Jahrzahl beigefügt, wolche 1457oder 1455 gelesen werden kann. Israel van Meckenen wurde aber erstum 1450 geboren, und kann daher auch der Zeit nach nicht zugelassenwerden. Wir halten den alten Ulrich Asslinger für den Urheber desWerkes. Auch Meister Uly genannt, oder Ulrich der Aesslinger, ge-hört er zu den ältesten namhaften Münchener Meistern, deren wir inden Papieren der St. Lucas - Zunft erwähnt fanden. Der untere Theil«es Monogramms scheint aus VL zu bestehen, und den Namen Vli oderyirich anzudeuten. Das darüber stehende A würde dann den Zunamendes Meisters bezeichnen. In einem Ladzettel von 1500 steht UlrichAesslinger an der Spitze der Altmeister des hl. Lukas. Es kommt aberauch noch später ein Maler dieses Namens vor, wahrscheinlich derSohn dieses Künstlers.
1401. Unbekannter Goldschmied. Unter diesem Zeichen führenwir einen Künstler ein, welcher im 15. Jahrhundertelebte, und wahrscheinlich zur Classe der Goldschmiedegehört. Nach einer Mittheilung des Herrn ProfessorsMassmann findet man es auf einem Niello in der Samm-lung des unlängst verstorbenen bekannten KunstfreundesPeter Vischer in Basel. Eine Beschreibung des Niellokönnen wir nicht geben, und daher bleibt es bei dem
unerfüllten Wunsche.
1402. Jakob von Pfortzen, Buchdrucker in Basel, bediente sichg .^ zur Bezeichnung der aus seiner Offizin hervorgegan-jf /^^s. 8 cnon Werke dieses Schildes mit dem anscheinlich
/ ^. /[ ^. aus AV bestehenden Monogramme. Nach Brulliot I.Of^Zl ^ No. 3287 b - findet man den Schild in einer Titelein-I I sL i f assun S mit Genien und Ornamenten, welche von Ur-
\ ""X/Y/ \ sus Graf geschnitten ist. Rechts oben steht dessen\ \/\/^/ / ^ e ' c h cn > un d unten halten zwei Genien den gegebenenyy y Schild. Brulliot glaubt, dass sich das Monogramm,. ^»--— oder vielmehr figürliche Zeichen, auf denjenigen Künst-
ler beziehe, welcher die Zeichnung zum Schnitte gemacht hat, es handeltsich aber nur um den Buchdrucker Jakob von Pfortzen, welcher auchJakob Pforczen, Phorczen, und de Pfortzheim genannt wird. DieserDrucker stammt aber nicht aus Pfortzheim, sondern aus Kempten.Seine Druckwerke reichen von 1438— 1518. Die Titeleinfassung mitdem obigen Schilde wurde aber auch noch später benutzt, nach Brul-}°t zu folgendem Werke : Das newe Testament ganlz, yelzt klairlich aus««m rechten grundt teutscht , mit gar gelerten Vorreden — - . Xu BaselyDXXIIII, 8. Man findet in Druckwerken auch eine Schlussvignettedes Jakob von Pfortzen. Sie zeigt einen stehenden Engel, welcher mitder Rechten den Schild mit dem Basler Wappen, und mit der Linkend°n Schild des Druckers hält. Auf diesem fügen sich die Linien desSonogramms nicht nach der Einbiegung oder Wölbung, wie oben ge-sehen, sondern das Zeichen steht gerade mit kräftigen Linien.
1403. Unbekanntes Zeichen. Man findet es auf einem Kupfer-stiche aus der früheren Zeit des 16. Jahrhunderts, es ist abernoch nicht ermittelt, ob es einem Zeichner oder einem Ver-leger angehöre. Wahrscheinlich aber ist es das Verlags-Zeichcn eines Augsburgers, da die Buchstaben AV in demselben
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