Druckschrift 
1 (1858) A - CF
Entstehung
Seite
582
Einzelbild herunterladen
 

w

582 AV. Nr. 1398-1400.

1398. Ulrich Abt von Augsburg? Unter diesem Zeichen führen_■■» — 7 »- wir einen Maler ein, welcher zu den bedeutendsten Meistern

}^S\ aus dem ersten Viertel des 16. Jahrhunderts gehört. Passa--* *- vant fand das gegebene Monogramm auf einem schönen Bild-nisse von lichter Färbung in den Fleischtheilen. Dieses Portrait sahder genannte Kenner und Schriftsteller in Berlin, ein zweites Bildnissmit demselben Zeichen befand sich bis 1853 in der Sammlung desBuchhändlers Ambros Barth in Leipzig. Es ist diess die halbe Figureines Mannes im Mantel mit Pelz, wie er die Hände übereinander aufden Tisch legt. Oben ist das Monogramm mit einem Sterne darüber,und zur Seite ein Wappenschild mit zwei spitz zusammenlaufendenBalken, und drei Blättern. Der Grund ist grünlich, und Zeichnungund Färbung gleich vorzüglich. Das Bild ist in der Weise des H. Hol-bein jun. gemalt.

Der Träger des gegebenen Zeichens könnte der Maler Ulrich Abtvon Augsburg seyn, welcher Bildnisse in der Weise Holbeins malte,besonders solche von Mitgliedern der Fugger'schen Familie. Es lebtenaber zwei Künstler dieses Namens. Sie sind in dem von Thomas Burgk-mair zu Augsburg angelegten Handwerksbuche der Maler eingetragen.Der eine starb 1521, der andere 1532. Bei letzteren ist beigefügt:„maller iwelfferder alt". Die Kunstgeschichte hat ihrer bisher nicht erwähnt.

1399. Jeanne d'Albret, Reine de Navarre. Dieses Zeichen findetman auf einem Kupferstiche des Pierre Woeiriot mit dem Bild-nisse der Königin Johanna d'Albret von Navarra. Sie baut mit

ihren Händen einen Tempel, und oben auf dem Täfelchen steht: SA-PIENS MVLIER AEDIFICAT DOMV. Dieses Blatt findet man infolgendem Werke: Hmblemes ow Devises Chresticnnes, compose.es par Da-moisetle Georgette de Montenay. Lyon M. D. LXXI. H. 3 Z. 4 L. Br. 3 Z. 7 L.Das gegebene Zeichen ist wahrscheinlich das Monogramm der Jeanned'Albret. Auf den Stecher bezieht sich das Kreuz von Lothringenmit den beiden Balken, welches ebenfalls auf dem Blatte vorkommt-Christ, Monogr.-Erkl. S. 95, deutet das Monogramm auf „Johanna Albre-tana Navarraca", und hat somit die Königin Jeanne d'Albret de Navarreim Sinne. Brulliot I. No. 528 möchte es dem Kupferstecher beilegen,wir stimmen aber mit Christ für Jeanne d'Albret.

1400. Ulrich Asslinger oder Aesslinger von München? In derk. Gallerte zu Schleisshcim befindet sich seit unverdenkliebenZeiten ein Bild auf Holz und Goldgrund, welches den Hei-land vorstellt, wie er zwischen Maria und Johannes seineWundmale zeigt. Oben sind drei weinende Engel, und untenzwei kleine betende Figuren, wahrscheinlich die Donatorenvorgestellt. Die Hauptfiguren sind Kniestücke. Das Ge-mälde ist mit diesem Zeichen versehen, welches wahrscheinlich denVerfertiger desselben andeutet. Es steht an der Seitenwand des Sarko-phage«, in welchem der Heiland steht.

Cli. von Mannlich schreibt dieses Gemälde in seinem Cataloge derk. b. Sammlungen III. No. 1438 dem Israel van Mecheln (Meckcnen)zu, und auch G. Dillis hielt im Verzeichnisse der Gemälde in Schlciss-heim No. 37 diesen Meister fest. Allein wenn die vielen Bilder, welchejetzt in der Gallerie zu München unter Israel's Namen gehen, wirklicheinem Meister dieses Namens (nur nicht dem Kupferstecher) angehören,so ist der Verfertiger des erwähnten Werkes ein anderer Künstler, daes mit jenen Gemälden nicht stimmt.

Brulliot I. No. 394 sagt, man finde dieses Zeichen auf sehr altenGemälden, wir kennen aber nur jenes in der Gallerie zu Schleissheiw,