Druckschrift 
1 (1858) A - CF
Entstehung
Seite
559
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ASM. Nr. 1318. 559

Merlo's Combination hervorgeht, dass nur der neunte Zunftherr jedes-mal aus dem Maleramte gewählt wurde. Der Senator Rutger van derWeyden kommt also hier nicht in Betracht, da Steffan Loethener 1448der neunte Senator, also .jener der Maler ist. Und dennoch mnss derMaler Rogier van der Weyden jun. viele Jahre im Auslande gelebthaben, da der ihm nicht sehr ferne stehende Maler und Geschichts-schreiber C. van Mauder nichts Zuverlässiges über ihn beibringt.

Die oben gegebenen Buchstaben A. S. K. T. mit dem Wappen sindbisher noch nicht erklärt. Man wollte sie ahf den Meister der Passiongar nicht beziehen, sondern eher auf ein Ereignis! unter Kaiser Ti-berius. Der genannte Regier van der Weyden wurde aber, nach demlatinisironden Gebrauche seiner Zeit, auch Rogerius a oder de Salicegenannt. Unter diesem Namen geht die Kreuzabnehmung in S. Pietroin Montorio zu Rom, In welcher Zani den Styl des Pietro Peruginoerkennen wollte, aber wohl nur um einen zufälligen Anhaltspunkt fürden R. de Salice zu gewinnen, welchen er für einen italienischen Meisterhielt. 0. Cort hat dieses Bild 1565 für den Verlag des H. Cock ge-stochen, und im zweitcu Drucke liest man auf dem Blatte: M. ItogeriiBelgae invenlum. C. Cocrt fecit. Joan. Galle exe. Dieser Rogerius Belgaist R. van der Weyden jun., welcher demnach auch in Italien Bilderhinterlassen haben muss. Im Museum zu Neapel ist ebenfalls eineKreuzabnehmung von seiner Composition, aber wahrscheinlich nur Copie.In S. Francesco zu Messina wird das Fragment einer Kreuzabnehmungv an der Weyden's unter Glas verwahrt. Wenn nun Rogier van derWeyden jun. in Italien Werke hinterlassen hat, und er in diesem LandeRogerius a oder de Salice genannt wurde, so könnten die Buchstaben■4- S. vor dem Wappen A Salice bedeuten, d. h. van der Werden.Unter dem gothiseben Buchstaben A No. 22 haben wir auf eine Folgevon Kupferstichen mit biblischen Darstellungen aufmerksam gemacht,Welche in der Composition auffallend an die Bilderreihe erinnern, welche'n der k. Pinakothek zu München dem Israel van Meckencn zuge-schrieben wird. Diese Gemälde dürften aber sicher von dem jüngerenRogier herrühren, da sie vollkommen das Gepräge seiner Werke haben.Auf einem der erwähnten Kupferstiche, welcher die drei Marien amGrabe vorstellt, stehen die Buchstaben .SM in einiger Entfernung aufdem Deckel des Sarges. Wenn nun der Kupferstecher nicht vielmehr^ S. hätte setzen sollen, so könnte man wenigstens „Salix" lesen. Aufdrei anderen Blättern wäre ihm dann allerdings das S im Stichel ge-hlieben , da letzteres fehlt. Die Vorstellungen der Blätter sprechena her nach unserer Ueberzeugung für R. van der Weyden jun., esm äg sie ein A oder ein S gestochen haben. Doch gesetzt auch, die er-wähnten zarten Kupferstiche seien sicher nach R. van der WeydenKefertigct, man könne die Buchstaben S/1 durch das Wort „Salix" er-klären, und die Initialen AS. vor dem gegebenen Schilde bedeutenwirklich „A Salice", so sind wir doch noch nicht im Reinen. Die Er-klärung der Buchstaben A". T. rechts vom Wappen bietet Schwierig-keiten auch in dem Falle, dass die Lyversbergische Passion aus einerder Kirchen oder Capellen in Cöln stamme, und somit der BuchstabeK die Deutung auf die Stadt Köln zuliesse. Wir scheitern mit derErklärung des Buchstaben T. Auf Rogier van der Weyden jun. führte"ns aber die Analogie der Passion mit anderen Bildern, welche keinemanderen Meister zugeschrieben werden können, als diesem B,ogior.

1318. Ambrosius Scheffer, Maler von Würzburg, trat daselbst 1596in die St. Lukas-Zunft, und stellte 1600 mit dem GlaserJakob Büchner ein neues Bruderschaftsregister her. Aufdem Titel desselben befindet sich das Malerwappen mit drei