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1 (1858) A - CF
Entstehung
Seite
556
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556 ASI—ASIF. Nr. 1315—1316.

in Romberg's Convcrsations - Lcxioon für bildende! Kunst III. S. 529.Die alterthümlichc Darstellung der Transsubstantiation passt jedenfallsnoch für die Zeit um 1472, wo der alte Katholizismus noch unange-fochten war. Nacli dem Jahre 1525 wäre es aber wohl keinem Mulermehr eingefallen, die Verwandlung des Brodes in den Leib Christi insolcher Weise darzustellen. Die Budes scheinen also aus dem 15. Jahr-hunderte zu stammen. Ob indessen das Zeichen sich auf den Künstlerbeziehe, müssen wir dahin gestellt seyn lassen. Wir haben keinenNamen, welcher dafür passt. Die Form des Monogramms spricht nichtfür ein uraltes Werk, wie mau die Erfurter Dombilder zu bezeichnenpflegt. Nach dem Zeichen zu schliesscn, möchte man ein Bild mitdemselben zu Anfang des 16. Jahrhunderts entstanden glauben. Wärees ein Zahlzeichen, so würde „Anno Salutis /", d. h. 1501 zu lesenseyn. Allein es findet sich kaum ein zweites Beispiel, welches einederartige Bezeichnung der Jahrzahl bestätigen dürfte.

1315. Joseph Anton Sedlmayr, Maler und Lithograph, wurde 1797

f—^-f z " München geboren, und von W. Koboll untcr-

Zg4 iA) richtet, in dessen Weise er Landschaften malte.

Jü\ YäL Mehrere liilder sind mit dem Monogramme ver-

/fl\ . Pj VI 0 sehen. Für das ältere lithographische Gallerie-

-*^A'*-/ U C—•* werk von München und Schleisshcim lieferte er

ebenfalls landschaftliche Blätter, welche zu den beuten Produkten dieser

Art aus der Zeit vor 1826 gehören. Seit 1827 ist Sedlmayer Aufseher

in der k. Pinakothek zu München. Als solcher copirte er auch Bilder

älterer Meister.

1316. Jörg Strobel, Maler und Goldschmied von Augsburg, dürfte

Ader Träger dieses Zeichens seyn. Wenigstens fandenwir ihm das zweite Monogramm zugeschrieben, welches„Jörg Strobel Augustanus Fccit" gelesen werden kann.Ob sich noch Gemälde mit demselben finden, und wosolche vorhanden sind, können wir indessen nicht an-geben. Sicher ist aber, dass ein Jörg Strobel in Augsburg gelebt hat.Er kommt iu dem alten, von Thomas Burgkniair angelegten Handwerks-Buche der Stadt vor, und 1533 ist in demselben als das Todesjahr desKünstlers bezeichnet. Nach den Daten der von Bartsch VTI. p. 543erwähnten Blätter zu urtheilen, arbeitete dieser Meister um 1519 — 1524,und die nielloartigo Behandlung derselben lässt auf einen Künstlerschliessen, welcher der Classe der Goldschmiede angehört. Bartsch gibtdas erste Zeichen, ohne eine Deutung zu versuchen. Es gleicht in derForm dem zweiten, wenn auch der Querstrich des A fehlt. Wir wollenaber auch jenen nicht entgegen treten, welche diesen Buchstaben nichtherausfinden. Es gibt ja auch Bartsch das Zeichen unter SI.

1) Die Begräbniss des Heilandes. Die Jünger tragen den Leich-nam nach der Grabstätte. Im Grunde links sieht man einen Theil desKreuzes, und auch die Hälfte der Leiter ist sichtbar. Links untensteht das Zeichen mit der Jahrzahl 1510. Dieses Blattchen verrät!'einen Nachahmer des A.Dürer. H. 1 Z. 8 L. Br. 1 Z. 4 L. B. No. 1-

2) Die Madonna mit dem Kinde auf dem Throne von Wolken um-geben. Sie reicht ihm die Brust, während zwei Engel die Krone überihr Haupt halten. Rechts oben ist das Monogramm, und links untendie undeutliche Jahrzahl r/525. Dieses Blatt scheint nach einer Zeich-nung Dürer's gefertiget zu seyn, wenn nicht vielmehr die Darstellungaus Dürer'schen Stichen componirt ist. Mau kann das Blatt zu denNiellen zählen. H. 1 Z. 8 L. Br. 1 Z. 4 L. B. No. 2.