544 AS. No. 1269 — 1273.
1269. Asymus Stedelln? Diese Initialen fanden wir auf einems-* C~^ ichön gezeichneten weiblichen Bildnisse, oder einer Costüm-
| V ^V fig«r in der reichen und malerischen Tracht der erstenV_y x< ^J Hälfte des 16. Jahrhunderts. Wir glauben die Buchstaben
auf Asymus Stedclin deuten zu müssen, von welchem sich im Museumzu Cassel eine sehr schön bemalte Tischplatte befindet. Sie ist mitweiblichen Figuren geziert, welche die Tugenden vorstellen, und zuden schönsten Bildern der Renaissancepcriode gehören. Meister Ste-dclin ist in den kunstgeschichtlichen Büchern nicht erwähnt.
1270. Andreas Seidl, Historienmaler, wurde 1760 zu München ge-» £i boren, und von üefele unterrichtet. Er wurde zu den vorzüg-
/l_tj. liebsten Meistern der akademischen Richtung gezählt, und
» q selbst die Akademie S. Luea in Rom erkannte ihm den Preis
**• ^- zu. Seine Vorbilder waren Dominichino und Guido Reni, auf
welche, und auf sich selbst, er als Professor der Akademie in München
seine Schüler verwies. Her Künstler starb zu München 1836.
Man findet einige seiner Bildnisse, und historische Darstellungenmit AS. bezeichnet. Die kleineren Initialen stehen auf einem radirtenBlatte mit der halben Figur des hl. Sebastian am Baume, 12.
1271. August Seidel, Landschaftsmaler, geb. zu München 1826,
AO widmete sich in seiner Jugend den Studien, entschied aber• O. beim Austritt aus dem Gymnasium für die Kunst, welche erdurch die Bemühungen seines älteren Bruders Franz -bereits lieb ge-wonnen hatte. Er ist seit Jahren durch schöne landschaftliche Bilderbekannt, welche gewöhnlich mit Figuren und Thieren staffirt sind.Seine Gemälde finden grossen Beifall, so wie denn Seidel überhauptzu den vorzüglichsten Landschaftern der neueren Schule gehört. Inseiner früheren Zeit zeichnete er einige Bilder mit A. S., besonderssolche kleineren Umfangs. Em mit diesen Buchstaben bezeichnetesGemälde, welches eine Alpenhütte bei Mondschein vorstellt, kam 1857bei der Auktion des Baron von Speck-Sternburg vor, aber ohne An-gabc des Meisters.
1272. Abel Seemann, Maler von Königsberg, war in der zweiten
A-y> Hälfte des 17. Jahrhunderts thätig. Kr malte Sehlacht-V* Bilder und andere militärische Scenen. Auf einigen stehen• " • die Initialen A. S. Wir kennen ein Gemälde, welches Breitervorstellt, wie sie gegen ein Dorf attnkiren, mit den Initialen bezeichnet.Das Gegenstück mit einem Angriff von Kussvolk trägt den Namen mitder Jahrzahl Will.
1273. August Graf von Seinsheim. 1 a Frenzel's Catalog der Kunst-A V 1 &17 Sammlung des Baron von Rumohr. Lübeck 1846,
A. O. ICSI./. Mo. 3727 — 29 werden Zeichnungen mit den InitialenA. 8. beschrieben, und dieselben dem Kupferstecher Samuel Amslerbeigelegt. Das eine dieser Blätter stellt die thronende Maria mit demKinde dar, unten mit der Bezeichnung: A.B. 11)17. Mit der Feder aus-geführt ist diese Zeichnung 7 Z. hoch und 6 Z. breit. Kino zweite Zeich-nung, mit A. 8. IIIIII, enthält die Büste einer jungen Frau, fast in Profilnach links gewendet. Diese Zeichnung ist sehr zart mit dem Bleistiftausgeführt, und mit Weiss gehöht; II. 9 Z. Br. 7 Z. 6 L.
Wir wissen aus dem Munde des Professors Amsler, dass dieseZeichnungen nicht von ihm, sondern von dem Grafen August YOU Seins-heim herrühren. Amsler bediente sich nie der Initialen A. S„ sonderneines aus diesen Buchstaben bestehenden Monogramms. Auch Graf vonSeinsheim zeichnete mit einem solchen, wie No. 1253 gegeben.