Druckschrift 
1 (1858) A - CF
Entstehung
Seite
536
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53ß AS. Nr. 1247—1249.

schnitte eines von ihm nicht näher bezeichneten Catechismus beilegt.Es ist diess der Catechismus des Pater Jodocus Andrics: Necessaria adSalulem scientia partim necessitate rnedii partim necessilate praaeepti, puricones quinqvagfota duas repraesentata —. Antverpiae, Cornelius WoonsTtth't, 12. Auf den schönen Holzschnitten dieses sehr seltenen Werkessteht das Monogramm des Anton Sallaert No. 2039, welches Malvasiatili- jene« des A. Sahnincio genommen hat. Dann schreibt ihm Mal-vasia aucli Holzschnitte zu, welche die sieben Bitten des Vater LJnsersvorstellen. Im Kunstkabinet des Cav. J. Imperialis sah er Gemälde miteinem Zeichen, welches er dem Salmincio beilegt. Sie sollen sehr ma-lerisch mit Kreuzschraffirungcn behandelt seyn, doch dürfte keines vonSalmincio herrühren. Obige Zeichen findet man nach Heller und Brul-liot nur auf den mittelmässigen Titelblättern des Buchdruckers Sal-mincio, welcher mit A. Sallaert nichts gemein hat. Selbst die Mono-grammen scheinen nur jenen des Sallaert nachgebildet zu seyn. Dasletzte Zeichen schreibt Strutt I. pl. IX No. 135 irrig dem Anton Sala-ma.nca zu. — Salmincio war um 1600—1G50 thätig. Vgl. No. 1288.

1247. Andrea Sacchi, Historienmaler von Rom, genoss den Rufß, eines vorzüglichen Künstlers, obgleich er in seiner pedan-'Ä tischen Weise weder dem F. Albani, noch dem G. Reni

gleichkommt. Doch haben seine Werke immerbin etwas Bestechendes,da er bei schöner Auswahl der Formen einen feinen Sinn für Farbebeurkundet. Als Zeichner und Techniker steht er jedem seiner Zeit-genossen zur Seite, an innerem Gehalte übertreffen ihn aber viele an-dere. In Göthe's Winckclmann beginnt er den Reigen der neuerenMeister, und wie schon bei Mengs, so findet er auch hier strengereRichter, als die lobspendenden Vorgänger es waren. Im Künstler-Dexicon XIV. S. 131 haben wir ihm einen ausführlichen Artikel ge-widmet. Sein Todesjahr erfolgte 1665, nicht 1661, wie Piisseri angibt;Nach seiner Grabschrift erreichte er ein Alter von 63 Jahren und 4 Monaten.Obiges Zeichen findet man auf kleinen Bildern in der Weise Al-bani's. Auch auf Zeichnungen bediente er sich eines Monogramms.Mit dem Worte „Inventur" verbunden steht es auf radirten Blätternvon F. Colignoü in folgendem Werke: Festa fatla in Roma — da Vi-tale Mascardi. Koma (640, gr. fol. Damals regierte Sixtus V., unddie Festlichkeiten, welche Sacchi gezeichnet hatte, gehören ZU denglänzendsten, welche in Rom veranstaltet wurden. Die Blätter inMascardi's Beschreibung stellen öffentliche Aufzüge, Quadrillen, Tur-niere, Triumphbogen und Feuerwerke dar, alle in der Weise desJ. Callot radirt. Sie kommen selten vor.

1248. Anton Schiffer, der churpfalzUohe Bofmedailleur. welchercg a unter der Regierung des Churfürsten Carl Theodor eine Reihe

*M_; .Jt von Jahren thätig war, und den Ruf eines vorzüglichen Künst-lers genoss, bezeichnete einige seiner Werke mit dem gegebenen Mono-gramme, bediente sich aber noch öfter der Initialen A. 8., so dass wirNo. 1282 auf ihn ausführlicher zurückkommen. Das Monogramm findetman auf einem Wildbergischen Silberausbeute • Thaler von 1751 mitdem Bildnisse des Carl Theodor, so wie auf anderen Münzgeprägen.

1249. Unbekannter Maler, wenn nicht A. Strickel. Dieses Zeichen. fanden wir auf einem geätzten Blatte, welches die sitzende Ma-

_/t dnnna mit dem Kinde, und Johannes zur Seite, vorstellt. Es ist

in der Weise des A. Garnier behandelt, und verräth einen Meister,

welcher in der französischen Schule seine Ausbildung erlangt hat. Er

war nicht Kupferstecher von Profession, sondern Maler, und lebte in