AS. Nr. 1244'—1246. 535
Veranlassung zur Verwechslung gab. Wir kommen unten No. 1253darauf zu sprechen.
1244. Luigi Sabatelli, Historienmaler und Radircr, wurde 1773/Q Jp in zu Florenz geboren, und gehört mit Pietro Benve-
-£vJ\.,S$\o,&C)L nuti zu denjenigen italienischen Künstlern, welcheschon als Jünglinge eine Schaar von Bewunderern fanden. Man nannteihn vorzugsweise den Improvisatore pittorico, da er eine ausserordent-liche Leichtigkeit der malerischen Produktion besass. Seine Werke sinddaher sehr zehlreich, besonders die Zeichnungen, welche selbst beialler Flüchtigkeit das Gepräge eines originellen Meisters haben. Saba-telli konnte sich aber in Folge seiner gleichsam im Fluge gemachtenStudien nie zur vollen Reinheit der Zeichnung, und zur Wahrheit derDarstellung erheben, und verdient daher nur das Lob eines geistreichenManieristen der neueren italienischen Schule. Als Colorist leistete ermdessen nicht selten Ausgezeichnetes, und man nahm daher keinenAnstand, viele seiner Bilder als eines Tintoretto für würdig zu erklären.Es ist aber zu bemerken, dass in eben so vielen Gemälden die Car-nation unnatürlich und fast ziegelfarbig ist. In F'olge seiner Effekt-hascherei that er öfter der Natur Gewalt an, und trieb Stellung undGeberde in's Charikaturmässige. Seine Fraucngestaltcn beweisen eben-falls, dass er es mit den Grazien verdorben hatte. Im Künstler-LexiconXIV. S. 122 haben wir eine bedeutende Anzahl seiner Werke aufge-zählt. Dazu kommen noch 44 breit, aber theils flüchtig radirte Blätter,deren mehrere die oben gegebenen Zeichen tragen. Den Stoff dazuentnahm er dem alten Testamente, der Legende, der alten römischenund griechischen Geschichte, und der Mythe. Die Dichter und Geschicht-schreiber seines Vaterlandes begeisterten ihn ebenfalls zur Darstellung|n Gemälden und Zeichnungen. Die Radirung nach dem Gemälde (1831)"i der Sammlung des Marchese G. Capponi, welches den Pier Capponi,Abgesandten der fiorentinischen Republik zu König Carl VIII. vorstellt,'8t zu den Hauptwerken dieser Art zu zählen. Die Handlung aufdiesem gerühmten Gemälde ist sehr energisch. Der Gesandte zerreisst•n Gegenwart des Königs das Document mit den Friedensbedingungen.Das Format des radirten Blattes ist qu. imp. fol. Sabatelli hinterliessaber noch mehrere andere grosse Blätter. Eine Sammlung von 31 klei-neren Radirungen erschien unter dem Titel: Raccolta di sogetli pitloriciinvenlali da Luigi Sabatelli pittore Fiorentino, cd incisi all' aqua forte*n parte dal medesimo e parte da i suoi Scolari totto la di lui direzione.Darunter sind mehrere seiner geistreichen Improvisationen. Die Blättererschienen nach und nach einzeln, zuletzt aber wurden je zwei Plattenauf einem Foliobogon abgedruckt. — Sabatelli war Hofmaler und Pro-fessor der Akademie in Florenz. Im Jahre 1850 starb er.
1245. Antonio Salamanca soll nach Heller, Monogrammen-LexiconffV S. 36, der Träger dieses Zeichens seyn; allein der genannte
./V Schriftsteller wurde wahrscheinlich durch Struttll. pl. IX. No. 135^^ ' irre geführt. Letzterer nimmt das Monogramm des Andrea Sal-niincio für jenes dos A. Salamanca, welcher sich unsers Wissens nieeines solchen Zeichens bedient hat. Es gehört, nur in etwas abwei-chender Form, dem Andrea Salmincio, dem folgenden Künstler an.
1246. Andrea Salmincio, Kupferstecher und Buchhändler von Bo-rf logna, war Schüler von L. Valesio, machte sich aber nur
J£ Ab durch einige leidliche Blätter für Bücher bekannt. Gori Gan-J1/JT\. deiijni j 0 |, t {„dessen die Blätter, welche Gatti's Gedicht „La
MA J\\ Maria Addolorata" zieren. Malvasia, Felsina pitt. I. p. 154,-) ' "ist aber ganz im Irrthum, wenn er dem Salmincio die Holz-
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