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478 AP. Nr. 1100—1102.
1100. Unbekannter Künstler, nach dessen Namen die Sammler■i i fc von alten Fabrikaten im Majolica und Fayance fragen werden.
f\ * Kr war um die Mitte des 17. Jahrhunderts an der Fayanee-/> v V-e Manufaktur in Delft thätig. Diese Anstalt lieferte eine grosseA V Anzahl von bemalten Geschirren und Bildwerken, welche nachallen Richtungen in's Ausland gingen, und auf den Tafeln der Grosseneine Stelle fanden. Üb das Monogramm jenes eines Malers oder Mo-dellirers sei, bleibt- dahin gestellt, wir bezeichnen wenigstens den Ortund die Zeit der Entstehung solcher Fabrikate, lirongnart gibt inseinem Traile des orts ceramiqw.» 19 Monogrammen in Abbildung, welchesich auf Fayancearbeiten der Delfter Fabrik finden.
1101. Andrea Frevitale könnte der Träger dieses Zeichens kernMan findet es auf einem grossen Gemälde im Besitze desMalers C. I'h. Schwab in Schwetzingen. Das Bild verräth nachder Angabe desselben einen italienischen Ursprung, und fällt
—*^ nach Art der Zeichnung, Composition und Färbung in die Pe-/ J riode zwischen Perugino und Michel Angclo. Es stellt ChristusA- am Kreuze zwischen den Mördern dar, und unten stehen die
/ , beiden Marien mit Johannes und Magdalena. Im Vorgrundc
rechts sieht man drei Reiter in reichem Cnstüme, und gegen-über blicken drei andere Männer mit Abscheu auf die beiden Krieger,welche um die Kleider des Heilandes würfeln. Zunächst dem Kreuzereicht ein geharnischter Bitter den Schwamm hinauf, und unten in derMitte ist ein Mopshund. im Vorgruude sind Blumen angebracht. DiesesBild ist in allen Tlieilen meisterhaft gemalt, und noch in voller Farben-frische. Der Heiland und die beiden Schacher sind auch sehr correktgezeichnet, so wie überhaupt der Maler zu den tüchtigsten Meisternseiner Zeit gehört. Das Gemälde ist, 10 F. hoch und 7 1 /, F. breit.
Andrea Previtale, auch Andreas Bergomensis genannt, war Schülerdes Gian Bellini, und hinterlicss mehrere treffliche Werke, welche aberjenen des Bcllini nicht ganz gleichkommen. Kr zeichnete zuweilen dieExtremitäten etwas nachlässig, und hing mehr am Alten als jener Meister.Auch liebte er reiche Beiwerke, und theils kleinliche Verzierungen anGewändern u. dgi. Diess ist, auch in dem erwähnten Gemälde der Fall.Es soll aus einem Kloster im Kinzigthal kommen, was dem italienischenUrsprung nicht entgegen steht, da mehrere Werke italienischer Meister vondeutschen Conventen bestellt wurden. Previtale arbeitete um 1506 — 1545.
1102. Ascanio Palombo dürfte durch dieses Zeichen seinen Namenangedeutet, haben, und es ist, möglicher Weise fürAI'X zu nehmen, so dass man A. Palombo Excuditlesen müsste. Es zeichnete ja auch Antonio Sala-
manco als Verleger A. S. X. Pietro Paolo Palombo hatte in Born eineKunsthandlung, und Ascanio könnte, wenn nicht der Vater, doch derBruder desselben seyn. Die Zeit seiner Thätigkeit ist um 1550- 1570zu setzen. C. Cort stach nach ihm das Abendmahl des Herrn, undG. B. de Cavalleriis das grosso Kirchenschiff. Beide Blätter erschienenursprünglich in seinem Verlage. Auf folgenden Kupferstichen findet,man das gegebene Monogramm.
1) Leda mit dem Schwane. Sie sitzt in Profil links auf dem Steine,und umfasst mit der Rechten den Hals des Schwanes zwischen ihrenBeinen. Den linken Ann stützt sie auf einen Stein. Links unten istdas erste Zeichen. II. 5 Z. 6 L. Br. 3 Z. 9 L. Dieses schöne Blattist gegenseitige Copie nach Marco di Ravenna, und man legt die Zeich-nung dem Rafael, oder dem Giulio Romano bei. Bartsch kennt esnicht, Brulliot macht aber in der Table gen6rale No. 640 auf eine
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