Druckschrift 
1 (1858) A - CF
Entstehung
Seite
218
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218 AD. (Anhang zu A. Dürer.) Nr. 360 — 362.

360 . Unter diesem Zeichen deutete ein anbekannter, mittelmäs-Sl~ T\ slger Kupferstecher auf Albrecht Dürer hin. Man findet es

fffr\ auf einem Blatte mit dem Bildnisse des Carl llolzschuer imiT^J_ Brusthilde von vorn, und nach links blickend. Kr trägt einenmit Pelz besetzten Rock, und links im Grunde ist das Wappen desDargestellten. Unten steht: Herr Carl Holtzichuer vorderster Haupt-mann »t. 1500. H. 5 Z. Br. 3 Z.

Heller, Leben A. Dürer's No. 2502, zählt dieses Bilduiss unter dennach A. Dürer gestochenen Blättern auf. Es erschien um 1610, undwenn der Stecher je eine alte Zeichnung zum Vorbilde gehabt hat, sowar sie wahrscheinlich nicht von A. Dürer dem Sohne. Portraitbrust-bilder zeichnete auch A. Dürer der Vater, zu dessen Zeit Carl Holz-schuer lebte. Die Form des Monogramms ist für A. Dürer jun. unge-wöhnlich, wodurch aber gerade nicht gesagt seyn soll, dass sie eherfür Dürer den Vater passe. Das Zeichen kann auch der Stecher um 1010componirt hüben. Ein ähnliches Zeichen haben wir im Artikel des„Albert Dürer" S. 156 No. 9 und 10 gegeben, welches verglichenwerden möge.

361. Unbekannter Meister, welcher mit A. Dürer verwechselt

M wurde. Er war Maler, und nach der Zeichnung zu urtheilen,welche wir mit dem gegebenen Monogramme bezeichnet fanden,einer der tüchtigsten Meister in der ersten Hälfte des 16. Jahr-hunderts. Diese Zeichnung stellt ein Gastmahl vor, und öffnet einengeräumigen, in der Mitte von einer hohen Säule gestützten Saal.Rechts sitzen reich gekleidete Herren im deutschen Costüm an derTafel, und links steht eine Magd vor dem Ofen, an welchem sie sichzu wärmen scheint. Neben ihr lehnt ein junger Mann, welcher mitBegierde nach den Essenden blickt. Diese Zeichnung ist zart in Roth-stein behandelt, und hält im Style die Mitte zwischen A. Dürer undH. Burgkmair. Auf den ersten Meister ist das Zeichen nicht zu deuten,wahrscheinlich aber gehört es demselben Künstler an, von welchem inder Gallcrie zu Dresden das Hildniss eines Mannes von 1621 ist, unterwelchem man früher die Züge des Reformators Zwingli erkennen wollte.Das Bild wird dem Albrecht Dürer zugeschrieben, wesswegen wir dasMonogramm oben S. 156 unter No. 10 im Artikel des A. Dürer ge-geben haben. Die genannte Zeichnung befindet sich in der k. Samm-lung zu München. Sic ist nicht von jenem Meister, dessen Monogrammwir 1. c. No. 13 gegeben haben.

362. Anton Donnauer? Nach einer uns zu Gebot stehenden hand-schriftlichen Notiz über Künstler und ihre

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S» 1 ||——1| /i ----1\ Werkzeichen (um 1590) führte ein Meister

.J-' ik., JDl / i" 0 1 Antony das erste dieser Namenszeichen.Anderwärts fanden wir eines Malers Anton Donnauer aus Innscruck er-wähnt, von welchem in der Pfarrkirche zu Garmisch ein Gemälde vor-handen war, welches laut einer Pfarrurkunde im Jahre 1498 gefertigetwurde, aber nicht mehr vorhanden ist. Das zweite Zeichen gibt Helier(Monogr. - Lex. S. 12) mit der Bemerkung, dass es einem deutschenFormschneider um 1520 angehöre, welchen man fälschlich MathiasGrünewald genannt habe. Heller entlehnte seine Notiz wahrscheinlichaus Gori's Werk II. p 123, welcher das dritte Zeichen gibt, und denTräger desselben M. Grunewald von Aschaffenburg nennt. Allein Gorischeint das Monogramm einer alten Zeichnung oder einem Gemäldeentnommen zu haben, vielleicht einem Werke des Anton Donnauer.Wir dürften demnach unter obigen Zeichen zwei Künstler vermuthen,