Druckschrift 
1 (1858) A - CF
Entstehung
Seite
138
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138 ACBD. Nr. 309-310.

Bartsch, P. gr. XXI. p. 52, schreibt ein ähnliches, nur verkehrtstehendes Namenszeichen dem G. B. Galestruaei zu. die RadintSg aberhat mit den IJlättern des letzteren nichts gemein. Sie erinnert imGegentheil an die Arbeiten des Annihale Carracci, nur ist das Blattmit St. Johannes etwas feiner behandelt als gewöhnlich. Das Mono-gramm ist daher höchst wahrscheinlich: „Annihale Carracci Bolognese"zu lesen. Schliesslich ist dieses Blatt eines A. Carracci vollkommenwürdig. Man müsste es im Gegentheil zu dessen schönsten Nadcl-werken zählen.

309. Abraham, oder Amt de Bruyn ? Dieses Zeichen legi Beinecke,A C f T> Ui'-t- des artistes III. p. 432, dem Nicolaus de Bruyn bei,

J. \S-i iV es ist aber zweifelhaft, ob es ihm angehöre, da der Künstlerin der Regel mit einen aus NB oder NDB bestehenden Monogrammezeichnet. Auch das folgende, aus ACBD bestehende Monogramm wirdihm zugeschrieben, wir müssen aber ebenfalls unseni Zweifel aus-sprechen, denn das Zeichen patSt eher auf Abraham de Bruyn, welchersich 1577 in Cöln niederliess, und daselbst im hohen Alter starb. DerBuchstabe C im Monogramme ist wohl Coloniae, oder Coloniensis zudeuten. Coloniensis nennt sich aber nur ein geborne* Cölnor, was mitAbraham de Bruyn nicht der Fall ist. Somit könnte durch das Mono-gramm auch Amt de liruyn , der Bruder lies jüngeren liiirtolomeus deBruyn angedeutet soyn. Indessen nennt Heinecke kein Werk mitobigem Monogramme.

310. Abraham de Bruyn, oder ein unbekannter Maler. Brulliot I.A r*T)\ nr »TV ^°- ^2 schreibt das erste und das dritte

/"VT/ 1 /YVA /eichen den) Maler und Kupferstecher Ni-«-^' colaus de Bruyn zu, mit der Bemerkung,

■j--^ A/r/v ^ ass man SIC au * Kupferstichen nach Gilles

PQy) PlMV"/\cX/ Coninxloo, David Viiikcnhooms, und nach-*-*-**' ' ^^ der eigenen Zeichnung des It. de Bruyn finde.

Allein für diesen Meister wird das Zeichen auf den ersten Blick zweifel-haft, da es aus den Buchstaben ACBD besteht, während Nicolaus deBruyn mit NB, oder NDB signirte.

Der Träger der gegebenen Monogrammen muss also ein andererseyn, ein Meister, nach weichein N. de Bruyn gestochen hat. Den Be-weis liefert ein grosses Blatt mit dem zweiten Monogramme, welchesuns Hr. Börner mitgetheilt hat. Dieser Kupferstich stellt die Anbetungder Könige vor, und unter dem Namenszeichen steht: Nicolaes de Bruynfecit. Assuerus a Londerseel ex. Links in einem zetteiförmigen Kaumist die Dedication: „Crispiano Passaeo, artis Chalcographioae eultorieximio." Aus der Zusammenstellung des Monogramms mit dem Namendes Nicolaus de Bruyn als des Stechers zeigt sich deutlich, dass vonzwei Künstlern die Bede seyn muss. Wer ist aber der unbekannteMonogramm ist ? Wir halten ihn für Kino Person mit Abraham de Bruyn,dem Vater des Nicolaus. Abraham Hess sich 1577 in Cöln nieder, undstarb daselbst in hohem Alter. Nicolaus de Bruyn blieb in Antwerpen,seiner Geburtsstadt, und da hatte er wahrscheinlich die Anbetung derKönige gestochen. Abraham de Bruyn müsste sich aber auf Gemäldeneines anderen Zeichens bedient haben, als auf Kupferstichen, auf welchendas Monogramm nur aus den Buchstaben ADB. besteht. Sein Namelässt sich aber aus den obigen Monogrammen herausbilden, beson-ders aus dem ersten, indem das C auf die Stadt Cöln bezogen werdenkann. Auch der Buchstabe L in den beiden anderen Zeichen müsstedaraus hervorgehen. Das / im zweiten Zeichen könnte Inventor be-deuten, wenn nicht der Punkt auf dem ersten Schenkel des D in dem