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AB. Nr. 152 — 153. 69
»"^Abraham Bosse, Maler, Architekt, Zeichner, Radirer und
Kupferstecher, Wurde gegen 1600 zu Tours geboren,
und war daselbst 1022 bereits ausübender Kttnst-
'£- ler. Ein Blatt, welches die hl. Jungfrau mit dem
Kinde vorstellt, ist bezeichnet: A. Bosse le A TOVR 1622, kl. 8. ImJahre 1023 dürfte er sieh zu Paris niedergelassen haben, da er mitdem daselbst verweilenden italienischen Maler T. de Francini in Be-rührung kam. Von dieser Zeit an entwickelte Bosse als Kupferstecher
find Kunsthändler eine ausserordentliche Thätigkoit, indem sieli seine«lätter auf wenigstens 950 belaufen, Anfang! stand er mit Melchior"avernier in Verbindung, im Jahre 1633 hatte er aber einen selbst-■t&ndigen Laden „en la vieille nie du Temple, proche la fontaine anmage N". Dame." Von 1637—1659 war sein Vcrlagslokal „en l'isle( ' 11 l'alais au coin de la. nie de llarlay ä la, rose rouge," und: ,,sur lec l"'iy vis ä, vis celuy de la Megisserie." Im Jahre 1678 starb der Künstler.A. Hesse hinterliess mehrere treffliche Werke, worunter jene, welche'ich auf die Geschichte, und die Sitten und Gewohnheiten seiner Zeitbeziehen, von grossem Interesse sind. Er zeichnete alle merkwürdigenEreignisse in Paris, und richtete ein besonderes Augenmerk auf dieModen der verschiedenen Stände. Ludwig XIII. unternahm keine wich-tige Handlung, welche ISosse nicht im Stiche verkündet hatte, kein Fest•0 dessen Verherrlichung ging ihm vorüber, ohne es im Bilde fostzu-«alten. Eben so begeisterten ihn die ersten Rcgioriingsakto des KönigsLudwig XIV. Mr. Oh. le lilanc, Ma.nuel de rAmatcur d'Kstampos I.P- 470 ff. verzeichnet 923 Blätter von A. Bosse. Kines Monogrammsbediente er sich nur selten. Das erste /eichen findet man auf vierBlattern nach Jacques Beüa&ge von 1622, welche M. le lilanc No. 761~-764 unter dem Titel; „las Bergeret" beschreibt. II. 175 in. Hr. 08 in.JJas zweite Monogramm, welches Gh. le lilanc zuerst gibt, steht auf
''"lein topographischen Blatte nach T. de Francini, betitelt: St. Giermain,''" l.ayo en la premiere gallerie des Grottes— 1623. Bosse stach nach1. de Francini auch die Ansicht, der Fontaine des Merkur, und die'"'otie des Orpheus zu St. Germain en Lara.
A. Bosse besitzt auch das Verdienst über die Manier des Kupler-'•echens und des Aeizcns, überhaupt über die technische Behandlung"ieser Kunst ein reiches, und in der Originalauflage jetzt seltenes WerkBeschrieben zu haben: Traite des manieres de graver en taille douoe^ u '' l'airin, par le moyen des eaux-fortes et des remis durs et mols &c.*Vec (8) ßgures. Paris 1645. 8. Später erschienen: Seiitiments sur la''slinolion des diverses manieres de Peintiire, dessin et graueure, et'''^ "riginaux d'auei- leurs copies <tc. Paris Kill), 12. Kin einschlägiges^''i'k bilden 44 Blätter unter einem Titel, welcher den Genius derValorei vorstellt, wie er der Minerva opfert. Oiese Blätter dienen zur•jjenntnisa der verschiedenen Manieren zu Zeichnen und zu Malen,'"'ige sind mit dem Monogramme vorsehen.
Dieser Artikel berichtiget und ergiinzt jenen im Kfinstlor-Lexicon.
153. Antonio Balestra, Maler und Radirer von Verona 1666—1740.J^ • A> f 7Q Dieser Meister, welcher erst im 21. Jahre bei
., • y ' A. Bellucci Unterricht nahm, und dann unter
>!• Maratti reissende Fortschritte machte, gehört zu den talentvollsten
Künstlern seiner Zeit. Seine (iemälde sind zahlreich, und darunter?*« durch Stiehl" von P. Monaco, .1. Baron. Orsolini, p. A. Pazzi,[*J A. Urbani, J. Frey, G. B. Buratto, F. Iiartolozzi, A. del Agaia &c." I( 'innt. Pietro Rotari hat mehrere Blatter nach ihm geistreich radirt,Monogrammislen. 10