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1 (1858) A - CF
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54 AAP. Nr. 121.

für den Fall, dass der mittlere Schenkel ein / seyn sollte, kann dieErklärung gegeben werden, nämlich: Andrea Ingegno Pinxit.

Wenn nun diese Erklärung richtig ist, dann kann dal Bild derMadonna mit dem Kinds auf dem Sclioosse, welches in Dr. WaagefliCatalog des Museums in Berlin > : o. 237 dem Ingegno arathmasslich zu-geschrieben wird, nicht von diesem Meister seyn. Es hat trockene,plumpe Formen, rohe Malerei und, trotz der Bewegung des Kindesnirgend eine Seelenregung. Dr. Förster hat die thronende Madonnain S. Spirito gezeichnet, so wie ein Dilti des hl. Lorenz, welches vofl|demselben Meister gemalt ist.

121. Andrea di Luigi (Aloisii), genannt l'Ingegno d'Assisi, fand

A* tt\ bereit! im vorhergehenden Artikel Erwähnung, da Ihn. _/\. i, höchst wahrscheinlich das daselbst gegebene MonogrammA —— angehöret. Diese Initialen werden ihm im Kunstblatt

/\ lJ 1821 No. 37 zugeschrieben , und auch Baron von Rmn-. 1 V. J, . 0 j, r (r ta ]_ Forschungen II. 324 ff.) fand im Privatbesitzezu Florenz ein Gemälde mit dieser Bezeichnung, welches er dem In-gegno beilegen zu müssen glaubt. Man muss daher ,,Andreas AloisiiPinxit" lesen, so wie auch das vorhergebende Monogramm auf solcheWeise erklärt werden kann. Ein urkundlich beglaubigte! Werk desA. di Luigi ist indessen noch nicht ermittelt. Vasari übergebt in derersten Auflage seiner Vite 1550 den Tngegno, und durch die zweite(1568) brachte er nur Verwirrung in die Kunstgeschichte, indem seineNachrichten über diesen Meister grösstenthcils unhaltbar sind. Baronvon Rumohr hat dieses mit grösstem Scharfsinn in's Licht gestellt, undbewiesen, dass Ingegno nicht Perugino's Schüler seyn konnte, sondernjener des Nicolo Alunno. Da man also früher nicht einmal die Schulekannte, und kein sicheres Werk bestimmen konnte, so fällt auch dieCharakteristik des Meisters weg. Lanzi will nämlich aus einigen Werkendesselben ersehen haben, dass Ingegno in Perugino's Schule der erstewar, welcher einen grossartigeren Styl erstrebte, und dem Colorite Zart-heit verlieh; allein Lanzi nennt beispieleweise nur die Propheten undSibyllen im Dome zu Assisi, welche aber Adone l>nni erst um 1580in der Weise der späteren Nachahmer des Buonarotti in Fresco malte.Zani vermehrte die Confusion noch in der Art, dass er den A. Doiiimit Andrea d'Assisi für Eine Person hält, und beide von 1476 — 1484arbeiten lässt. Vasari macht den Andrea zum Gehülfen Perugino's imSitzungssaal des Cambio zu Perugia, wo er nach der Behauptungdieses Schriftstellers im Wetteifer mit Rafael einige schöne Figurengemalt haben soll. Vasari bezeichnet sie nicht näher, weil er über-haupt kein Werk des Ingegno kannte, moderne Schriftsteller schriebenaber dem Andrea unbedingt die Propheten und Sibyllen daselbst zu,doch aus keinem anderen Grunde, als weil sie die schönsten sind;Vasari macht dann den Andrea auch zum Geholfen l'erugino's beidessen Arbeiten in Assisi, und in der Sixtina zu Rom, nennt aber wiederkein Gemälde von Ingegno's Hand, weil nämlich letzterer mit Perugia*,wahrscheinlich nie in Berührung gekommen ist. Zum Schlüsse lässtVasari den Künstler in seiner Jugendblflthe plötzlich erblinden, under will auch wissen, dass ihm desswegou Papst Sixtus in Assisi eifliPension ausgesetzt habe, welche Andrea bis in sein 86. Jahr genossenhaben soll.

Vasari faselt hier offenbar. Der von ihm erwähnte Papst Sixtuäkönnte nur Sixtus IV. seyn, welcher 1484 starb, zu einer Zeit, inwelcher Andrea bereits Meister war. 0. Mündler (Essai d'une analysecritique de la notice des tableaux italiens du Mus6o national du LouvrC'