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August 1721,
wird von den Gesandten der Beschluß gefaßt, selbst mit den Wilchingcrn zu reden und dieselben zu diese»'Zwecke auf das Ncuhaus zu bescheiden, vorher aber den Landammann Albrecht zu ihnen zu schicken, um siedazu willig zu machen. Vor ihrer Abreise aber verhörten die Gesandten noch den seit vier Jahren zu Scha^häufen gefangen sitzenden Hans Gisel, genannt „Schleithcmer Hans". Dieser erklärte, er sei gefangen gcDworden, weil er verlangt, daß „ihnen ihr alt Testament, welches der Herren von Schaffhauscn Väter >«>'„ihren Vätern aufgerichtet und beiderseits Kindern zu halten hinterlassen, nun aber die Herren von SelD„Hausen gebrochen, wiederum erneuert werde", und vorher habe er nicht huldige» wollen. Auf die Erklärungder Gesandten, daß sie bei seinen Herren anhalten wollen, sie bei ihren Briefen und Siegeln zu schützen, sp»^sich Gisel dahin aus, daß sie mehreres nicht wünschten, und darin Hülfe und Trost genug hätten;dürfe er nicht allein huldigen, sonst würde er von den Andern gesteinigt; denn sie hätten einander daSgegeben, beisammen zu bleiben. Auf sein Verlangen wird ihm gestattet zwei oder drei Männer von Wilehing»"zu sich kommen zu lassen, damit er denselben die Vorschläge der Gesandten eröffne. Durch einen Brief st^er seine Gcmeindsgenosscn von den freundlichen Vorschlägen der Gesandten in Kenntniß. Tags davauf (22. A"gßwird auch die von ihrem Vater nach Schaffhauscn bcfchiedcnc Tochter Giscls, Verena, verhört. Nachdem di^selbe Aehnliches, wie ihr Varcr, erklärt und auf die Frage der Gesandten, ob kein Schreiben von Thiculsi"ihnen zugekommen sei, geantwortet hatte, daß sie deren schon etliche erhalten hätten, wird sie beauftragt, d»»Männern zu sagen, daß die Gesandten wünschen, mit ihnen zu Schaffhausen oder Nenkirch oder imHaus selbst das Nöthige zu reden. Noch denselben Tag langt die Antwort von den Wilchingcrn ein, daß ^schwören wollen, wie es der Kaiser erkannt habe ; da aber die Herren von Schaffhauscn erklärt hätten,sie von keiner Erkanntniß des Kaisers wüßten, daß eine kaiserliche Erkanntniß sie nichts angehe, und daßSchreiben, welche sie hätten, nur Winkelschreiben, keine vom Kaiser herkommenden seien, so seien sie genöth'lßworden, wieder zwei Männer nach Wien zuschicken, um den Kaiser zu fragen, wie sie sich zu verhalten hätb»An ebendemselben Tage berichtete auch Landammann Albrecht von dem Resultate seiner mit den Wilchin.st'»gehaltenen Unterredungen, welche dahin ausliefen, daß alle zusammen auf der Weigerung zu huldigen beb»»''ten, den Zusagen milder Behandlung keinen Glauben schenkten, und daß HanS Meyer, genannt Wyßlh"^der frühere Abgesandte nach Wien, mit seinem Rathc zu huldigen von niemand gehöre werde. Den 23. A"g'^begeben sich die Gesandten mit zwei Deputierten von Schaffhauscn in das NcuhauS, wohin die Wilchi'U^Tags zuvor bcschicden worden waren. Die Bcschiedencn erscheinen nicht. Die Gesandten von Zürich undbegeben sich nach Wilchingcn aufs Gemeindehaus, versammeln die Gemeinde, machen derselben Vorstellung^in ähnlichem Sinne, in welchem ihnen Albrecht bei seiner ersten Abordnung solche gemacht hatte, und diesigVersprechungen in Beziehung auf ihre Vermittlung. Nirgends finden dieselben Gehör; die Einen antwo»^Schaffhausen habe das „alte Testament" gebrochen, Andere, die Taverne sei zwar hinweg, aber nicht abcrka'»^Andere, der Kaiser habe gesagt, sie seien keine Rebellen, wieder Andere, sie würden keinen neuen Eid schw»»^bis sie ihre alten Freiheiten wieder hätten; man habe ihren Weibern verboten, Gemeinschaft mit ihnen zu Hub»»'ja auch Scheibcbricfe gegeben. Den Widerspenstigen wird bis zum Abend dcö folgenden TagcS Bedenkzeit g'geben und von ihnen bis dahin eine Antwort verlangt, welche sie einigen von den Gesandten bezeuch'"'^Männern aus der Umgegend abgeben sollten. Diese Männer warteten vergeblich auf die Antwort undließen unvcrrichteter Sache Wilchingen bis aus Grießhaber von Untcrhallau, welchem einige Milchtag»» ^klärten, huldigen zu wollen, wenn man ihnen die erlittenen Kosten und den Schaden vorher erffß^wenn man sie bei ihren Briefen und Siegeln schützen, wenn man ihnen alle Gravamina abthun