August 17?1. 225
liche Orte ihre Zustimmung gegeben, in der ersten Confercnz den 15. Augrist ihre Instructionen dahin eröffnethatten, daß sie beauftragt seien, alle gütlichen Mittel zur Beilegung dieses Geschäftes anzuwenden, in derHoffnung, daß auch Schaffhausen gleiche Gedanken hege, erstatteten die schaffhauscrischcn Deputierten nach vor-ausgcgangcncr Danksagung für die Vermittlung umständlichen Bericht von dem bisherigen Verlauf des Ge-estes und schließen damit, daß, sintemalen keine gütlichen Mittel hätten verfangen wollen, jetzt ernstliche Mittel^genommen werden müßten; sollten die Gesgndten jedoch noch gütliche Mittel vorschlagen, welche der obrig-"lliche,, Autorität nicht zu nahe treten, so wollten sie sich zu denselben verstehen. Die Sache stehe besser alö^19, da der Kaiser, die Fürsten von Württemberg und Schwarzenberg die Ungehorsamen zur Huldigung anf-ordert hätten; jedoch sei die Hartnäckigkeit dieselbe, die Partei der Widerspenstigen vergrößere sich durch den"tritt der jungen Bursche; vieles hoffen sie von den Männern, welche sie nach Wie» geschickt hätten undKlaren, jedenfalls nicht vor deren Rückkunft und nicht anders schwören zu wollen, als mit Vorbehalt derVPellation an den Kaiser. Es wird darauf (den 16.) beschlossen, den Landammann Albrecht und cilf chr-ü, verständige Männer von Neukirch, Unter- und Oberhallau, Gächlingen, Osterfingen und Wilchingen,"Wandte und Bekannte der Ungehorsamen, mit dem Auftrage zu denselben zu senden, sie zum Gehorsam und^ Leistung der Huldigung zu ermahnen; zugleich sollten sie ihnen eröffnen, daß die Gesandten ihnen eine^ ^gehende und allgemeine Amnestie auswirken, ihre Beschwerden erledigen helfen und nicht zurückreisen wcr-' bis alles in Richtigkeit sein »verde. Um vor den Gesandten entweder in Schaffhausen oder anderswoscheinen zu können, wird ihnen sicheres Geleit zugesagt. Albrecht berichtet, daß seine und der übrigen Abgc-°vd»cten Vorstellungen erfolglos gewesen seien. Die Wilchingcr beklagten sich, daß der kleine Rath sie früher^ fünfzehn Klagpuncten, wegen deren sie dreißig Male eingekvmincn seien, abgewiesen habe; nachdem ihnen,bintcrthanen, der Rccurs an den großen Rath abgeschlagen worven sei, hätten sie sich gcnöthigt gesehen,0 Kaiser, ihrem Oberlchnherrn, ihre Zuflucht zu suchen; die Herren von Schaffhausen seien nicht mehr^ r Obrigkeit, da sie von ihnen von Haus und Heimat vertrieben und selbst deS Gottesdienstes beraubt wor-^ Wien. Wollten sie huldigeil, so könnten sie es nur unter den Bedingungen, daß ihnen ihre Briefe undM, Freiheiten und Gerechtigkeiten hergestellt würden, und wenn sie Bericht von den zwei Männern cr-hätten, welche sie nach Wien geschickt; endlich nur unter Vorbehalt der Appellation an den Kaiser, bei^ wem die Sache anhängig gemacht sei. Von der Herrschaft Schwarzenberg behaupteten sie noch nie eineForderung zur Huldigung erhalten zu haben; übrigens sei jetzt die Hauptsache in den Hintergrund getreten,^ Z'ö handle sich jetzt mehr um den Schaden und die Kosten; daß diese von Schaffhauscn ihnen mit der^üitution Freiheiten ersetzt werden müssen, dafür hätten sie einen Receß von Wien. Wollten die Gesandten^ chnen reden, so wollten sie ihnen in ihrem Gemeindehaus zu Wilchingen Red und Antwort geben; nachürffhaujen kämen sie nicht. Alls dieses hin wird Scckclmcistcr Murbach privatim den 19. August nach Thien-
^ wlchM, um zu sondieren, ob die Wilchinger etwa daselbst eine fernere Stütze für ihre Renitenz fänden.
bringt den Bericht zurück, daß er die dortige Regierung in der besten Stimmung für Schaffhauscn ange-^ ^ Üabe, und daß dieselbe in seiner Anwesenheit ein nachdrückliches Adhortatorium durch den Vogt zu Erzin-^ de» Wilchinger» habe zustellen lassen, auch daß die beiden zu Wien sich befindenden Wilchinger, als sie
z/ ^ ^ein Fürsten gemeldet hätten, von demselben zurückgewiesen worden seien. Durch den Landvogt zu
'Üirch müh die Veranstaltung getroffen, daß durch die früher genannten Ausschüsse aus Neukirch, Hallau' s- >v.
bc» / ^ Wilchinger» ferner gearbeitet werde. Eben derselbe berichtet, daß der Vogt von Erzingen bei^idcr>pcnstigm mit seinem Schreiben von Thicngcn nichts ausgerichtet habe. Unter solchen Umständen
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