November 1715.
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ammann. St. Gallen. Andreas Wägclin, des RathS; Christoph Hochrülincr, Stadtschrcibcr. Mühl-hau fcn. Johann Heinrich Rcbcr, Stadtschrcibcr. Biel. Abraham Scholl, Bürgermeister.
Veranlassung zur Zusammcnbcrusung dieser Coiifcrcnz sind diejenige» geheimen Artikel, welche diekatholischen Orte bei Anlaß der Bunbeöcrncuerung mit Frankreich zur höchsten Gcsahr und zum Nachthcil derevangelischen Orte coneerticrt haben sollen. Bern hatte dieselben Zürich mitgetheilt, Zürich gut befunden, auchk^enf wegen seiner bedenklichen Lage zur Conferenz einzuladen. — Bern schildert das Benehmen der katholischen^tte scst dem Aaraucr-Friedcn, zeigt, >vic dieselben bei jedem Anlaß von der Restitution als einer Sache, dieuvthwendig erfolgen müsse, reden, wie sie um die Hülfe der fremden Mächte werben, „Himmel und Erde gegenZürich Bern in Bewegung setzen." ES erinnert daran, daß dieselben bei dem Grasen du Luc dringendlicheZustanzen gemacht, und daß derselbe bei allen Anlasten zu verstehen gegeben habe, die Sachen könnten in^sinaligcm Zustand nicht gelassen werden; daß in den katholischen Orten sowohl vornehme StandeSpersoncn,als das Landvolk dergleichen und andre bedenkliche Reden führen. Aus dem Abschiede von- Solothurn undaus dem Schreiben du Lucs an Lucern, welche verlesen werden, gehe klar hervor, daß „wider das eidgenössische"Evangelische Interesse Attentate geschmiedet werden." Endlich zeigt die Gesandtschaft Berns, wie durch de» neuen^»nd der katholischen Orte die eidgenössische Souveränität und Unabhängigkeit soviel als vergeben sei, „mithin"küc Indicatur dem König, einfolglich ihmc dasjenige überlassen worden, welches unsrc lieben Altvordern als"das köstlichste Kleinod an der Krön der eidgenössischen Freiheit zu bewahren sich angelegen sein lassen", unddcsfcn Abwendung sie alle äußersten Mittel vorgekehrt hätten. Bei diesen Vorgängen könne man wohl an^ Aechthcft jener Artikel glauben. Doch sehe sie Bern an als „Anschläg, so coneerticrt, aber nit geschlossen,"üdoch aber auch als solche, welche hätten sollen vollzogen werden. Die Gesandten sind instruiert, die Gründekur die Aechthcit anzuhören, und anerbieten sich, die gegen diese Gefahren angcrathencn Maßregeln sogleich zullrnerer Instruction ihren Obern mitzutheilen. Dieselben sind folgende: 1) Zürich schlägt nächst unablässigem,Öligem Gebet, festem Zusammenhalten und vertrauter Korrespondenz der evangelischen Stände vor, daß jeder„in gute Positur und Bereitschaft den katholischen Ständen gegenüber sich stelle" und das thue, was^ Bünde und das Defcnsivnalc ausweisen. Alle Gesandten erklären im Namen ihrer gnädigen Herren und^ber», Leib, Gut und Blut und, was der liebe Gott jeglichem Ort Gutes gegönnt hat, daran setzen zu wollen.Als Bern speeiellere Angabc dieser Maßregeln wünscht, entschuldigen sich die Gesandten mit Mangel an Jn-vuction und wollen sich nach den jeweiligen Umständen richten. Glaruö und Appenzell halten ausserordentlicheaßnahmcn im gegenwärtigen Zeitpunkte bei ihnen von verfehlter Wirksamkeit. In Folge dessen stimmt Berntt, daß neben Anrufung des Allmächtigen jedes Ort die Mittel anwende, welche Gott ihm verliehen ha», daß man,ü'cn» die Katholiken etwas versuchen, Gewalt mit Gewalt abtreibe und alles das leiste, was ehrlichen, Gott"vd die Freiheit der Eidgenossenschaft liebenden Eidgenossen zu thun zieme. 2) Bern trägt daraus an, da inv gc des Todes Ludwigs XIV. das Blatt sich gewendet habe und glaubwürdigem Vernehmen nach von dem^stmaligen Regenten viel Gutes zu hoffen sei, daß ein oder zwei Abgeordnete nach Paris mit einem SchreibenM de» König und den Regenten abgeschickt werden sollten, um denselben die billige Handlungsweise der Evan-ückuchcir und das uncidgenössische Benehmen der Katholischen ins Licht zu stellen. Zürich äussert Bedenken da-ngen. Der Vorschlag wird all rokoronckum genommen. Die Orte haben beförderlichst ihren Entschluß Zürich^ überschreiben. 3) Ob man mündliche und schriftliche Vorstellungen an die katholischen Orte wolle gelangenwrrv ebenfalls ack lelorenckum genommen. Bern räth davon ab. 4) Bern trägt instructionsgcmäß^auf an, England, Preußen, Holland und Hessen-Kassel von der bedenklichen Lage in der Eidgenossenschaft
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