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Mai und Juni 1715.
Kl. «I. Auf nachdrückliche Vorstellungen der Gesandten willigt der bejahrte Dcean Heidclin in eineAlternativa in den SonntagSprcdigtcn zu Lichtcnsteig ein, sowie auch zur Abtretung der Donnerstagspredigten. 8 2. «. Das ehrwürdige Ministerium im Toggcnburg beschwert sich, 1> daß die Eapitttlarc»nicht den gehörigen Rcspect gegen den Dcean beobachten; 2) daß der Pietismus in der Stadt viel Jrrungc»verursache; 3) daß der gemeine Landmann, seitdem er das Collaturrccht erworben, über die Pfarrer disponiere»wolle, wie im Appenzellerlanv, wodurch denselben das Ansehen benommen werde; 4) daß aus großem Miß"trauen und „Vcrbunft" die Stillstände nicht können eingeführt werde»; 5) daß die Consistorialsachcn nicht ihre»ordentlichen Fortgang haben und die Proccssc trainiert werden; 5) daß die Gemeinden nicht zweckmäßig abge-checkt seien. — Die Gesandten empfehlen den evangelischen Landräthen Abhülfe in diesen Dingen. 8 3.I'. In Betreff der schlechten Haltung dcS evangelischen Gottesdienstes in der Kirche zu Bütschwpl, wohi»die von Krpnau und der Nachbarschaft gehören, welche von Alters her von einem jeweiligen Pfarrer zu M-gclsberg versehen worden, wird dem Pfarrer Wyß von Mogelsbcrg, nachdem ein andrer Vorschlag Widerstandgefunden, insinuiert, den Gottesdienst in der Kirche zu Bütschwpl so lange fortzusehen, bis für die vo»Krpnau, welche „in einer stvckdicken Unwissenheit" von Gott und dessen Wort seien, auf andre Weise gesorgtwerden könne. Die von Krpnau aber werden ermahnt, dahin zu trachten, daß sie einen eignen Pfarrer erhal-len können. 8 -1. K-. Die Angelegenheit der Abkurung der Kirchengütcr zu Jonschwpl, Oberglatt, Nicvcr-glatt, Helsenschwpl, Ganterschwpl und Kirchberg, welche die Evangelischen sogleich möchten zu Stande gebracht,die Katholischen noch ausgestellt haben, wird den Obrigkeiten hintcrbracht und zur Beschleunigung empföhle!»In Betreff der Evangelischen zu Peterzell und WildenhauS will man zuwarten, wie der Bescheid des 1-. Statt-halters aus deren Ansprüche an das Kloster Ncu-St. Johann ausfalle. 8 5. I». Die Evangelischen ve»Lichtcnsteig machen größere Ansprüche an das Schulgul, in Beziehung auf welches sie seit 1647 verkürzt z»sein behaupten, und verlangen Abkurung des PfrundguteS. Es wird die Billigkeit ihrer Ansprüche anerkannt,ihnen aber gcrathen, ihre Forderungen bei künftiger „Abänderung der Sachen" nicht zu hoch zu spannen. 8 6-i. Rüdlingcr bringt einige Klagepunetc von Seiten der evangelischen Gerichtsgcnossen zu Magdenau gegen dKGericht daselbst. 8 6. Ii.. Die Katholischen zu Lichtcnsteig beschweren sich über „das Praeticieren auf die Aeiiucr",verlangen die Versehung dcö Wochcnmarkts, wenn derselbe aus einen Feiertag fällt, auf den folgenden Tag,ferner daß man ihre Collaturrcchte in Considcration ziehen und sie vor dem Schlüsse dcS Norschacherfricdcns noch, atthören möchte, endlich, daß der Schultheißen-AmtSwechsel zwischen Evangelischen und Katholischen möchte z»Stande kommen. Evangelische und Katholische miteinander begehren die Beibehaltung der Marktgerechtsanie,Regulierung von Maß, Gewicht und Elle, Regulierung des Schultheißenrangs, Abhülfe wegen Mißbrauchtder Farben auf dem Land, und daß den eingerissenen Handwcrksunordnungen in der Stadt möchte gcsteueckwerden. Die Gesandten, ohne Instruction, wollen diese Begehren ihren Herren und Obern hinterbringen,empfehlen aber gütliche Ucbercinkunsr. 8 7. I. Die Beschwerde Abgeordneter von Jonschwpl, daß ihnen dckSchwarzenbacher-Brückenzoll von durchgehenden KaufmannSgütern nicht mehr wolle entrichtet werden, währen?sie doch die Brücke in Ehren halten müßten, wird für begründet erachtet und dahin beantwortet, daß sie dttsich dessen Weigernden durch, zulängliche Mittel zur. Entrichtung anhalten sollen. 8 8. i». ObcrstiieutenaittEuenz wird mir seiner Beschwerde über die zu St.. Gallen gegen ihn ausgefällte Sentenz abgewiesen und, im Falle cksich dabei nicht beruhigen könne, an daS nächste sancrgallische Spndicat gewiesen. 8 K i». Die GemeindeKrpnau, welche vor mehr als Ml Jahren die niederen Gerichte käuflich an sich gebracht hatte, hält sich i»ihren Rechten beeinträchtigt, weit», wie eö bisher mißbrauchsweise geschehen sei, von ihrem Stabe eine Appel-