August 1610. 1019
^steil gegen die Stadt Genf uud die bernische Landschaft Waadt jüngster Tage vorgetragen, weßhalb gegen-^ügc Conferenz abgehalten wird. Vorab mittheilen die Gesandten Berns den Vortrag des Genfer Ge-lten, worin er nach umständlicher Darlegung der Avise und Warnungen der Herren Desdiguieres und von
das Begehren an Bern gestellt hat, es möchte außer Hülfe und Beistand auch Vorrathsmagazinc fürunition und Korn in Genf anlegcn helfen, indem diese Stadt dnrch den Krieg erschöpft uud das Zeughaus' Pulver, Zündstriken und Kngeln gänzlich entblößt sei. Sie mittheilen ferner einen Bericht des Herrn Des-guwres über die Beschaffenheit und das Vorhaben des mayländischen nnd savohischcn Kriegsvoikes, endlichSchreiben des Laudvvgts von Nyon, worin unter Auderm von einigen Schiffen, welche der Herzog wider^ Landschaft Waadt zu gebrauchen rüsten lasse, Meldung geschieht. Nach allseitiger Eröffnung der Jnstruc-^ wn und Besprechung der Sache wird erkennt: Wiewohl in Hinsicht auf die gegenwärtige Situation nichtbesorgen ist, daß dießmal gegen die Stadt Genf oder die Landschaft Waadt Feindseligkeiten begonnen^ ku. sg rechtzeitige Vorsichtsmaßregeln am Plaz und ist nöthig, daß Bern in seinen wälschen
Meie,, einige hundert Manu gerüstet hält, die Genf im Fall der Roth eilige Hülfe leisten können, wie vorÜM auch angeordnet worden ist, denn man kann Genf, als Schlüssel der Eidgenossenschaft, nicht preis-da es sich, wenn dieses verloren wäre, um die Waadt und sodann um Bern nnd die evangelischen^ iu'sgemcin handeln würde; man versieht sich doßhalb zu Bern, daß es an angemessenen VorsorgenI5?g '^""bschaftcr, Verwahrung der Pässe u. dgl. wie bisher nichts versäumen werde. — Uud da im Jahr^ Zwischen Frankreich, Bern und Solothnrn ein Tractat über die Beschirmung Genfs abgeschlossen wordensich seither auch Zürich beigetreten ist, so sollen die Gesandten von Zürich und Bern nach Solothnrn
^ berfüge,,^ dem fanzösischcn Ambassador den Zustand Genfs darstelle», ihn um seinen Rath nnd um die^"^^Hung tractatmäßigen 13,000 .Kronen ansprechen und sodann bei Solothnrn sich erkundigen, zu was esgesonnen sei uud ob es nicht tractatgemäß zu Erhaltung Genfs ebenfalls Hülfe leisten wolle. Weil^ Pens allen Umständen nach anzunehmen ist, daß Solothnrn „nit mehr lustig syn werde", diesen Tractatlich^^"' sondern mit Gelegenheit sich daraus zu ziehen suchen werde, aber an der Erhaltung Genfs nament-den evangelischen Städten viel gelegen sein muß, so geben Zürich und Bern den Städten Basel und^Pffhansen zu bedenken, daß sie, weil sie bereits zu Beschirmung der Landschaft Waadt mit ihnen sich ver-^'den haben, nun auch in den genannten Tractat eintreten möchten, da sie ja ohnehin gesonnen sein werden,"s "ich! verlassen und da, wenn sie im Tractat seien, die Hülfcleistnng auf des Königs von Frankreich^ ^ geschehen würde. Basel nnd Schaffhauscn nehmen dieses Begehren in den Abschied, wie auch das"1^ ^kgehren, uut je 25 Ccntner Büchsenpulver, wie Zürich und Bern auch thuu werden, der Stadt Genf"i>ä kommen. Endlich wird Bern anempfohlen, einen Vorrath von einigen -tausend Malter Korn
sola. ü" schaffen, weil die drei andern Städte wegen ihrer Entfernung das nicht wohl thnn können, ein^ ^ Porrath an Getreide sowie an Munition aber für alle Zufälle vortheilhaft nnd der Stadt Genf zuwi>, Sicherheit, den Feinden aber zum Schreken sein wird. I». Zürich begehrt abermals, daß dieKs ,^'^ien Orte, da sie von den katholischen Orten je länger je mehr Anfeindungen der Religion wegensüssen, M)cr zusammen treten und durch das Mittel einer Religionsverständniß sich erklären, wie^ "n Fall der Roth gegen einander halten und einander beibringen wolle, denn die Bünde, die vorbiso ^cttwn aufgerichtet worden, sprechen hicvon nichts und der Bund mit Basel und Schasfhausen ins-"bere sage, daß diese, im Fall die andern Orte wider einander in Krieg gerathcn, ruhig und still sizen
z»