Druckschrift 
Fiorenza
Entstehung
Seite
102
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Poliziano: Hier bin ich, mein Lauro!

Lorenzo: Angelo, der Plinius, den mein Großvateraus einem Kloster zu Lübeck erworben hat, befindet sichim Stadthause, nicht wahr? — Ich möchte ihn sehen.Er ist in roten Sammet mit Silberbeschlägen gebunden.Man soll sogleich eine zuverlässige Person ... Nein,bleibe noch! Mir scheint, daß dies weniger eilig ist, alsAnderes, was ich im Sinne habe. Warte... Mir ist voneinem meiner Späher eine Schrift des Cato um fünf-hundert Goldgulden angeboten worden. Ich bin inZweifel über die Echtheit dieser Schrift. Man hat Bei-spiele, daß irgend ein Schelm ein Machwerk seines eige-nen Kopfes unter antikem Namen zu Kaufe stellt. Ichbitte dich, prüfe das Manuskript mit aller Sorgfalt und,wenn es echt ist, erwirb es mir ohne zu feilschen. Mansoll nicht sagen, daß ich mir einen Cato habe entgehenlassen ... Darf ich die Sorge auf dich bürden? — Dunimmst mir eine Last vom Herzen! Kommt, Freunde,nun ist mir leicht. Ich wüßte nicht, was mich bedrückensollte. Wir wollen plaudern. Wir wollen disputieren.Wer war größer, Mirandola: Cäsar oder Scipio? Ichsage Cäsar, und ihr werdet sehen, wie ich meinen Satzvertrete! Aber unser großer Mars« lins Ficinus wünschtsicherlich ein abstraktes Thema?

Ficino: Gönne deinem Geiste Ruhe, mein Lauren-tius! Du wirst dich ermüde««.

Lorenzo: Die Weisheit ist es wert, daß man ihr

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