Druckschrift 
Fiorenza
Entstehung
Seite
103
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seine letzten Kräfte opfert. Es ist so vieles klarzustellen... Oft schien es mir, als ob alles mir frei und offenläge; aber nun sehe ich nichts, als Dunkelheit und Ver-wirrung. Wie ist es mit der Unsterblichkeit -er Seele?Wie ist es nun damit?!

Pulci: Eine alte, verfängliche Streitfrage — undnicht so ex abrupto zu beantworten! Man sagt, daßAristoteles selbst noch im Schattenreich ste mit zwei-deutigen Redewendungen umgangen hat, um sich nichtbloßzustellen, obgleich er doch so mausetot wie nur mög-lich war und dennoch lebte. Da werde erst einer ausseinen Schriften klug!

Lorenzo (auflachend): Gut!... Aber sprich du,Angelo, sprich ein wenig ernst!

Poliziano: Du bist unsterblich, mein Lauro! Mußich dir's sagen? Nicht jeder ist es; nicht der Pöbel, nichtder rühmlose und kleine Mann. Doch du wirst teil-haben an der verklärten Geselligkeit der lorbeergekröntenGeister!

Lorenzo: Und warum ich?

Pico: Nun, bei der blauäugigen Athene! Du hastdie Karnevalsgesänge geschrieben, die ich niemals an-gestanden habe, über Alighieris großes Gedicht zu stellen!

Ficino: Du bist göttlichen Ursprungs, vergiß dasnicht. Die sechs Kugeln in deinem Wappen bedeutendie Äpfel der Hesperiden, aus deren Gärten dein Ge-schlecht hervorgegangen.

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