Pierleoni: Ihr habt ein wenig das Fieber, gnädigerHerr.
Lorenzo: Das bestreite ich nicht. Aber ich stelle dieBehauptung auf, daß das kein zulänglicher Grund ist,von einer närrischen Angst gequält zu sein. Seht, ichdenke logisch. Aber ich mache kein Hehl daraus, daß ichvoller Sorge bin. Ich habe mich nie verstellt... Pico...Nicht wahr, Pico, es gibt keine Pazzi mehr in Florenz?Auch die Neroni Diotisalvi sind im Exil oder an sicherenStätten verwahrt?
Pulci: Soweit du sie nicht geschickt hast, das Graswachsen zu hören!
Lorenzo: Ja, komm her, Margutte! Mach Witze, duverdrehter Rhapsode!... Im Ernst, es ist viel Blut ge-flossen. — Es mußte fließen. — Ich bitte dich, Pico:Ich bin zur Zeit außer stände, ein Auge auf die Samm-lungen in der Breiten Straße und den Villen zu haben.Du hast es für mich, nicht wahr? Ein paar schöneKleinigkeiten, zwei Terrakotten und eine Medaille, sindneu erworben; sie sollen in Poggio a Cajano unter-gebracht werden, verstehst du, Lieber? Ferner hat mirder Sforza von Pesaro eine herrliche Antike, einen Aresmit bewaffneter Brust, zum Geschenk gemacht. Sie sollin meinem Stadtgarten aufgestellt werden und denjungen Bildhauern zum Vorbild dienen. Willst duSorge tragen? Hab' Dank! Das ist alles, was michbeunruhigte. — Ist Angelo noch im Zimmer?
IOI