Druckschrift 
Fiorenza
Entstehung
Seite
92
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kurzem nicht mehr gewachsen ist. Euere Schönheit blüht»«genossen, Euer Mund, Euer Schoß ist verwaist...Seid sicher, daß nicht Euch allein dies verdrießt. SchlagtEuere schönen Augen auf, um einen Mann zu sehen, denes über die Maße verlangt, Euch in allen Stücken dien-lich zu sein.

Fiore: Vergebt, dieser Anblick ist nicht neu genug,um meine Augen vom Boden zu locken. Jeden verlangtnach mir. Sagt Jhr's von Euch in der Hoffnung, michzu gewinnen?

Piero: Der Hoffnung? Bin ich ein Knabe? Binich ein Sonntagsturnierer in den Schranken der Liebe?Ich will und werde dich besitzen, göttliches Weib...

Fiore: (hebt langsam den Blick und richtet ihn mitdem Ausdruck unaussprechlich matter Geringschätzungauf sein Gesicht) Wüßtet Ihr, wie sehr Ihr mich lang-weilt!

Piero: Was sagt Ihr? Ihr sollt in meinen Armender Langenweile vergessen.

Fiore (mit hohnvoller Abwehr): Dir will ich nichtgehören, Piero de' Medici!

Piero: Mir nicht? Warum nicht mir? Ich bin stark,Ihr werdet Euch nicht zu beklagen haben. Ich zwingeden tollsten Hengst mit den Schenkeln, ich brauche nichtSattel noch Zaumzeug dazu. Ich habe die besten SpielerItaliens zum Ballspiel, zum Fuß- und Faustkampf her-ausgefordert, — und Ihr saht, daß ich sie besiegte.

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