Druckschrift 
Fiorenza
Entstehung
Seite
91
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Piero: Holdselige Fiore! Reizende Anadyomene!

Fiore: Kühner Schmeichler! Der Großtürke hatteuns von seinen Konfitüren geschickt, und als ich zumNachtisch davon aß, glaubte ich, daß es nichts Süßeresauf Erden gäbe. Ich glaub' es nicht mehr, da ich EuereWorte höre.

Piero: Liebliche Törin! Kommt, wir wollen plau-dern, Ihr und ich ... Was will ich sagen... Der Lagverkühlt sich ... Ihr tatet einen Gang durch den Gar-ten, schöne Fiore?

Fiore: Euer Scharfsinn trifft das Rechte. Ichwandelte zwischen den Hecken. Und blickte zuweilen insLand hinein, ob von der Stadt nicht Gäste kämen, einGast vielleicht, der ein wenig Abwechslung in das Einer-lei der Villa brächte..'

Piero: Fürwahr... Fürwahr... ich begreife esganz und gar, daß Euch nach Abwechslung verlangt,schöne Herrin! Nichts ermüdender, als dieser Land-aufenthalt, seit Lorenzo auf den üblen Gedanken verfiel,sich krank zu Bette zu legen ... Unter uns gesprochen:mich wundert, daß Euch nicht schon früher der Wunschnach Abwechslung gekommen ist.

Fiore: Wie meint Ihr, Herr Piero?

Piero: Ich meine... Ich meine, süße Fiore, daßIhr nicht weit zu suchen brauchtet, um aufrechte Leutezu finden, die gewillt sind, die süßen Verpflichtungen zuübernehmen, denen mein Vater, wie es scheint, seit