Druckschrift 
Fiorenza
Entstehung
Seite
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Aldobrandino: Soll ich sie an dich weitergeben, duSpaßmacher, du Tausendkünstler?! Es waren Püffe;und wären es Prügel gewesen, so könnten fie doch einemManne wie mir nicht an die Ehre rühren. Das dummeVolk war aufgewiegelt von diesem Uhu von Bruder,Girolamo, diesem Ignoranten, der von unserer schönenArbeit so viel versteht, wie der Ochs vom Lautespiel.Mit einem Worte, was will man! Ich kann die Ma-donna nicht als abgerissenes armes Weib malen, wiedieser Vaterunserkäuer verlangt; ich brauche Farben, ichbrauche Glanz. Und da die allerheiligsie Jungfrau nichtdie Gefälligkeit hat, mir persönlich zu ihrem Abbild zusitzen, so muß ich zufrieden sein, wenn ein irdisches Mäd-chen mir zu Willen ist...

Leone (tieferfreut): Zu Willen ist — wenn ihm einMädchen zu Willen ist —! Ei, du verschmitztes Knäb-lein...

Aldobrandino: Du scheinst recht guter Dinge zusein, mein teurer Leone. Und dabei ist überall bekannt,daß dir deine niedliche Lauretta, die du als büßendeMagdalena modellierst, pünktlich ein Kind geboren hat.Du bist wohl gesegnet und fest gegen Prügel?

Grifone: Püffe! Gegen Püffe! Es kann nicht vonPrügeln die Rede sein!

Leone: Das ist was anderes. Ich habe sie nicht alsModell zur Magdalena bei mir und mich lästerlicherweisemit ihr vergnügt, sondern ich habe fie zu meinem Ver-

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