dm Führerin, und ihr Jauchzen ist ein Kultus der Schön-heit und des Lebens. Da — was geschieht? Was trittein? Ein Mensch, ein einzelner, zu häßlich und ungelenk,um an dem Reigen der Lust teilnehmen zu können, ver-kümmert, mißwollend, undankbar, steht auf und erhebtEinspruch gegen diesen göttlichen Zustand, ja, seine giftigeBegeisterung bewirkt es wahrhaftig, daß die Massen desFestzuges sich lichten, daß Abtrünnige in Scharen sich umihn sammeln und ein Wesen machen, als sei das, waser vorbringt, etwas Unerhörtes, etwas überwältigendNeues. Und was redet er? Was strömt sein Wesen aus?Moral!... Aber Moral ist ja das Älteste, Überwundenste,das Langweiligste, das Durchschauteste! Moral ist lächer-lich! Die Moral ist unmöglich!... Oder nicht? Oderetwa nicht? Redet, Herr! Was werdet Ihr mir ant-worten!
Pico: Nichts. Fürs erste gar nichts, Meister Angelo.Ich will schweigend die Schönheit Eurer Worte nach-genießen. Wie herrlich war, was Ihr von unserer Zeitsagtet! Wie eine Blume ist sie, die aufblüht... Ich bitteEuch inständig, — Ihr müßt daraus etwas machen...Ihr müßt das in Verse bringen. Ich denke nach, obvielleicht die Oktave... oder sollte etwa der lateinischeHexameter...
Giovanni: Du mußt antworten, Pico, sonst bist duaus dem Felde geschlagen.
Pico: Antworten? Gern. Aber mir ist, als fragte