Genugtuung, und Euere Grillen, guter Meister Angelo,sollen mich in diesem lehrreichen Vergnügen nicht stören!
Poliziano: Sie sollen's nicht, gnädiger Herr. Auchkennt mich Florenz, möcht ich meinen, als das Gegenteileines Grillenfängers. Nehmt an, daß nur der Neid mireinflüsterte, was ich sprach, daß ich Euch ein Vergnügenmißgönne, welches ich nicht verstehe und an dem ich nichtteilhaben kann. Denn ich gebe zu, daß ich von dem, wasvor sich geht, im geringsten nichts begreife. Ich habeoft den Göttern gedankt, daß sie mich in dieser Zeit desFrührotes und -er Auferstehung geboren werden ließen,die mir so schön, so morgendlich entzückend erscheint.Die Welt lächelt im Erwachen, eratmend öffnet sie ihrenKelch dem jungen Lichte, wie eine Blume ist sie, die auf-blüht. Blöde, hohläugige Gespenster, häßliche und grau-same Vorurteile, von denen die Menschheit eine langeNacht hindurch geängstigt wurde, zerfließen in nichts.Alles ist neu worden. Ein unabsehbares, lockendes Reichvon Studien, vergessenen und nie geahnten, tut sich aufvor uns. Die kreißende Erde gebiert uns Glücklichen dieSchönheitsschätze des Altertums. Belehrt und befreit,freut sich das Einzelwesen seiner persönlichen Art. Starkeund reuelose Taten werden mit Ruhm gekrönt. Un-schuldig, aller Hüllen und Fesseln ledig, schreitet dieKunst durch die Lande, und jedes Ding wird geadelt,das ihr Finger berührt. Des Gottes voll, der den Rauschspendet, folgt die Menschheit im Festzuge der lächeln-
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