Neugier zu befriedigen und einigen Bevorzugten währenddes Unterrichts den Zutritt zum Klosterhof zu gestatten.Das Auditorium wächst jeden Tag, und er läßt es ge-schehen. Meiner Treu, ich will meinen, daß er es ge-schehen läßt! Er wird mit Bitten bestürmt, die Kanzelzu besteigen, von Kennern, von vornehmen Damen, vonaller Welt. Er sträubt sich ein wenig und gibt dannnach. Die kleine Kirche von San Marco ist überfüllt.Er predigt und übt eine nie erhörte Wirkung. SeinName ist in aller Munde. Platoniker und Arisiotelikerlassen einen Augenblick den Streit ruhen und dispu-tieren über den Wert dieses christlichen Sittenrichters.Binnen kurzem ist die Klosterkirche zu eng für den Zu-drang der Menge, und er verlegt seine Predigten nachSanta Maria del Fiore. Wenn ursprünglich einige Ge-bildete und Liebhaber es waren, deren Teilnahme erweckte, so ist es nun das niedere Volk, das sich für ihnentflammt, auf dessen Gemüt sein schwermütiges Seher-tum, sein tief blickendes Gericht über alles Leben einenmagischen Einfluß übt. Er wird von seinen Mönchenzum Prior erwählt und macht San Marco, wo es bis-lang nicht besser und schlechter zuging, als in anderenKlöstern, zu einem Refugium der Heiligkeit. SeineSchriften werden begierig gelesen. Seine Person bildetdas Tagesgespräch. Er ist neben Lorenzo de' Medici derberühmteste, besprochenste, der größte Mann von Flo-renz. .. Ich aber beobachte dies alles mit der heitersten
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