Druckschrift 
Fiorenza
Entstehung
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die sonderbare und dämonische Eigenart seiner An-schauung und Rede. Der Zustand der Kirche und deröffentlichen Sitten erschien plötzlich in einem grellenund höllischen Lichte, und die glühende Ursprünglichkeit,die verzückte Beschränktheit seinerDarstellungerschüttertemich ganz außerordentlich. O, nicht mich allein. Mehrereausgezeichnete, ja selbst fürstliche Männer setzten stchbrieflich mit ihm in Verbindung. Ich aber suchte seinepersönliche Bekanntschaft, und sie verstärkte den ge-wonnenen Eindruck. Überall, auf meinen Reisen, ver-kündete ich sein Lob. Dann aber siedelte ich nach Florenzüber, und hier, vertieft in das anregende Studium diesesbeweglichen, gebildeten, scharfzüngigen Völkchens, diesesrastlosen und neugierigen Gemeinwesens, kam mir inheiterer Stunde der Plan, meinen Einfluß dahin geltendzu machen, daß Bruder Girolamo hierher berufen werde.Sein Ruf war gegründet, mein Lob hatte ihm vorgear-beitet, die Möglichkeit des Wirkens würde ihm gebotensein. Es galt ein Wagnis, einen kecken Versuch. DieserMensch, sagte ich mir, wird in dieser Stadt in Ge-lächter ertränkt, mit Witzen aufgespießt — oder er hatden größten Erfolg des Zeitalters. Ihr Herren — diesletztere ist geschehen. Ich spreche mit meinem Freunde,dem Magnifico; der Magnifico spricht mit den Patresvon San Marco; Bruder Girolamo wird berufen. Erbeschränkt sich zunächst auf den Unterricht der Novizendes Klosters, wird aber gebeten, die wach gewordene

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