Druckschrift 
Fiorenza
Entstehung
Seite
39
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deutet ein wenig Pfeffer nach allzu viel Süßigkeit...Was ich getan habe, als ich Lorenzo beredete, den BruderGirolamo nach Florenz zu berufen? Ich habe der Stadteinen großen Mann geschenkt, beim Zeus, und bin stolzdarauf! Lorenzo ist, des bin ich gewiß, der Erste, dermir Dank dafür weiß. Hat er nicht noch kürzlich dieSpoletiner gebeten, ihm die Leiche Filippo Lippis für denDom zu überlassen, nur um den berühmten Grabstellenvon Florenz eine neue hinzuzufügen? Wenn einst derBruder Girolamo gestorben sein wird, so werden dieFerrarefen, vielleicht auch die Römer uns Gesandteschicken und um seine Asche flehen. Aber wir werden fienicht hergeben. Ganz Italien wird kommen, das Grabdes Mönches zu sehn, der so viel von sich reden machte,und dann werde ich sagen können, daß ich es war, derzuerst seine Gaben entdeckte und förderte.. . Ja, ihrHerren, ich habe mein Spiel gewonnen. Ich warmeiner Sache durchaus nicht sicher, denn wer berechneteFiorenzas Launen! Auf jenem Dominikaner-Kapitel zuReggio, wo ich ihn zum ersten Male sah, hatte anfangsniemand seiner geachtet. Ich befand mich in einem Kreisevon Literaten und Gelehrten, die an dem Kapitel teil-nahmen, und er hatte stumm und in sich gekehrt unterden Mönchen gesessen, solange die Diskussion sich nurum scholastische Streitfragen drehte. Als aber die Dis-ziplin an die Reihe kam, griff er plötzlich in die Verhand-lungen ein und verblüffte die ganze Versammlung durch