von stumpfsinniger Gefühllosigkeit, fo daß ihn der ganzeHof zuweilen tot glaubt, und mein Vater ist so krank,daß man ihm heute morgen bereits das Sakrament derEucharistie gereicht hat. Dies scheint ihn immerhin soweit erquickt zu haben, daß er nachher einen kleinenScherz darüber machen konnte, der freilich herzlich mattherauskam. Aber...
Poliziano: Dein Vater hat sich im Karneval einwenig übernommen, das ist alles! Es ging auf denKünstlerfesten ungewöhnlich ausgelassen zu, und Lorenzoliebt die Schönheit und den Genuß so glühend, daß erdie Rücksicht auf seine Gesundheit allzusehr außer achtläßt. Er handhabt den Becher der Liebe und der Freude,als sei sein Leib so unüberwindlich wie seine wunder-volle Seele. Er ist es nicht... Ein Kind hätte pro-phezeien können, daß ihm irgendwann einmal eine Lek-tion in dieser Hinsicht würde zuteil werden müssen, unddu willst es deinem Mönch als Wunder anrechnen?Geh, Giovanni! Du bist ein Närrchen oder Du willstmich zum besten haben, was das wahrscheinlichere ist.Willst du mir nicht auch von seinen Visionen erzählen?Mir Vorhalten, daß er hie und da den Himmel offen er-blickt, Stimmen hört und Schwerter, Pfeile und Feuerregnen sieht? Ich will annehmen, daß der gute Fratean seine Offenbarungen und Gesichte glaubt, will sieseiner lächerlichen Einfalt zugute halten. Aber wäre erein wenig geschulter und gebildeter, herrschte eine min-