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Der Kleine Herr Friedemann : Novellen
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scheint, möge es fremdartig klingen, ihmdie natürliche, sinnlich wahrnehmendeÜberlegenheit zu fehlen, mit der dasEinzelwesen auf die Welt der Erschei-nungen blickt, er scheint sich einer jedenErscheinung unterlegen zu fühlen, undseine haltlosen Augen müssen vorMensch und Ding zu Boden kriechen . . .

Was für eine Bewandnis hat es mitdiesem Manne, der stets allein ist undder in ungewöhnlichem Grade unglück-lich zu sein scheint? Seine gewaltsambürgerliche Kleidung sowie eine ge-wisse sorgfältige Bewegung der Handüber das Kinn scheint anzudeuten, dasser keineswegs zu der Bevölkerungs-klasse gerechnet werden will, in derenMitte er wohnt. Gott weiss, in welcherWeise ihm mitgespielt worden ist. SeinGesicht sieht aus, als hätte ihm dasLeben verächtlich lachend mit vollerFaust hineingeschlagen . . . Übrigensist es sehr möglich, dass er, ohne schwereSchicksalsschläge erlebt zu haben, ein-fach dem Dasein selbst nicht gewachsenist, und die leidende Unterlegenheit undBlödigkeit seiner Erscheinung machtden peinvollen Eindruck, als hätte dieNatur ihm das Mass von Gleichgewicht,Kraft und Rückgrat versagt, das hin-länglich wäre, mit erhobenem Kopfe zuexistieren.