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Der Kleine Herr Friedemann : Novellen
Entstehung
Seite
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Lehrer, durch tausend Schauspieler-stückchen und durch eine Art über-legener Redensarten sich Respekt undBeliebtheit zu verschaffen wusste. BeimUnterricht aber erging es mir übel,denn ich war zu tief beschäftigt damit,die Komik aus den Bewegungen derLehrer herauszufinden, als dass ichauf das übrige hätte aufmerksam seinkönnen, und zu Hause war mir derKopf zu voll von Opernstoffen, Versenund buntem Unsinn, als dass ich ernst-lich im stände gewesen wäre, zu arbeiten.

— „Pfui,“ sagte mein Vater, und diePalten zwischen seinen Brauen vertieftensich, wenn ich ihm nach dem Mittag-essen mein Zeugnis ins Wohnzimmergebracht und er das Papier, die Handim Rockaufschlag, durchlesen hatte. —„Du machst mir wenig Freude, dasist wahr. Was soll aus Dir werden,wenn Du die Güte haben willst, mir daszu sagen? Du wärst im Leben niemalsan die Oberfläche gelangen ..."

Das war betrübend; allein es hindertenicht, dass ich bereits nach dem Abend-essen den Eltern und Schwestern einGedicht vorlas, das ich während desNachmittags geschrieben. Mein Vaterlachte dabei, dass sein Pincenez auf derweissen W'este hin und her sprang. —„W T as für Narrenspossen!“ rief er einmal