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Der Kleine Herr Friedemann : Novellen
Entstehung
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Gute und das haarsträubend Teuflische;ich erwartete vom Leben das entzückendSchöne und das Grässliche, und eineBegierde nach alledem erfüllte mich,eine tiefe, angstvolle Sehnsucht nachder weiten Wirklichkeit, nach dem Er-lebnis, gleichviel welcher Art, nach demberauschend herrlichen Glück und demunsäglich, unahnbar furchtbaren Leiden.

Ich erinnere mich, mein Herr, mit einertraurigen Deutlichkeit der ersten Ent-täuschung meines Lebens, und ich bitteSie, zu bemerken, dass sie keineswegsin dem Fehlschlagen einer schönenHoffnung bestand, sondern in dem Ein-tritt eines Unglücks. Ich war beinahenoch ein Kind, als ein nächtlicher Brandin meinem väterlichen Hause entstand.Das Feuer hatte heimlich und tückischum sich gegriffen, bis an meine Kammer-thür brannte das ganze kleine Stock-werk, und auch die Treppe war nichtweit entfernt, in Flammen aufzugehen.Ich war der erste, der es bemerkte, undich weiss, dass ich durch das Hausstürzte, indem ich einmal über dasandere den Ruf hervorstiess: „Nun brenntes! Nun brennt es!“ Ich entsinne michdieses Wortes mit grosser Genauigkeit,und ich weiss auch, welches Gefühl ihmzu Grunde lag, obgleich es mir damalskaum zum Bewusstsein gekommen sein