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Der Kleine Herr Friedemann : Novellen
Entstehung
Seite
96
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Hofmann, die Versicherung, dass ichwährend dieser fünf Jahre stets mitdem Gefühl aufrichtiger FreundschaftIhrer gedacht habe. Müsste ich an-nehmen, dass Ihre plötzliche Abreisean jenem für Sie und mich so schmerz-lichen Tage Zorn gegen mich unddie Meinen bekunden sollte, so wäremeine Betrübnis darüber noch grösser,als das Erschrecken und tiefe Er-staunen, das ich empfand, als Sie beimir um die Hand meiner Tochter an-hielten.

Ich habe damals zu Ihnen gesprochenals ein Mann zum andern, habe Ihnenoffen und ehrlich, auf die Gefahr hin,brutal zu erscheinen, den Grund mit-geteilt, warum ich einem Manne, denich — ich kann es nicht genug be-tonen — in jeder Beziehung so überaushochschätze, die Hand meiner Tochterversagen musste, und ich habe alsVater zu Ihnen gesprochen, der dasdauernde Glück seines einzigenKindes im Auge hat und der das Auf-keimen von Wünschen der bewusstenArt auf beiden Seiten gewissenhaftvereitelt hätte, wenn ihm jemals derGedanke an ihre Möglichkeit ge-kommen wäre!

In den gleichen Eigenschaften, meinverehrter Herr Hofmann, spreche ichheute zu Ihnen: als Freund und als