und abends der ganze Himmel unauf-hörlich im Wetterleuchten zuckt.
Am Morgen trat ich bei Paolo ein, umihn zu einem Ausgange abzuholen. Seingrosser Koffer stand inmitten des Zim-mers , Schrank und Kommode warenweit offen; seine Aquarellskizzen ausdem Orient und der Gipsabguss desvatikanischen Junokopfes waren nochan ihren Plätzen.
Er selbst stand hoch aufgerichtet amFenster und liess nicht ab, unbeweglichhinauszublicken, als ich mit einem er-staunten Ausruf stehen blieb. Dannwandte er sich kurz, streckte mir einenBrief hin und sagte nichts als:
„Lies.“
Ich sah ihn an. Auf diesem schmalen,gelblichen Krankengesicht mit denschwarzen, fiebernden Augen lag einAusdruck, wie ihn sonst nur der Todhervorzubringen vermag, ein ungeheurerErnst, der mich die Augen auf den Briefniederschlagen liess, den ich entgegen-genommen hatte. Und ich las:
„Hochgeehrter Herr Hofmann!
Der Liebenswürdigkeit Ihrer wertenEltern, an die ich mich wandte, ver-danke ich die Kenntnis Ihrer Adresse,und hoffe nun, dass Sie diese Zeilenfreundlich aufnehmen w T erden.
Gestatten Sie mir, hochgeehrter Herr