damals — ich glaube, bei dieser Ge-legenheit — dass sein Herz nicht dasgesündeste sei.
Schon vor dieser Zeit hatte er be-gonnen zu zeichnen, wobei er starkesTalent entwickelte. Ich bewahre einBlatt, das die mit Kohlenstift hingeworfeneZüge jenes Mädchens recht ähnlich zurSchau trägt, nebst der Unterschrift: „Dubist wie eine Blume! — Paolo Hofmannfecit,“ —
Ich weiss nicht genau, wann es war,aber wir waren schon in den höherenKlassen, als seine Eltern die Stadt ver-liessen, um sich in Karlsruhe nieder-zulassen, wo der alte Hofmann Ver-bindungen hatte. Paolo sollte die Schulenicht wechseln und ward zu einem altenProfessor in Pension gegeben.
Indessen blieb die Lage auch so nichtlange. Vielleicht war das folgende nichtgerade die Veranlassung dazu, dassPaolo eines Tages den Eltern nachKarlsruhe nachfolgte, aber jedenfallstrug es dazu bei.
In einer Religionsstunde nämlichschritt plötzlich der betreffende Ober-lehrer mit einem lähmenden Blick aufihn zu und zog unter dem Alten Testa-ment, das vor Paolo lag, ein Blatt her-vor, auf welchem eine bis auf den linkenFuss vollendete, sehr weibliche Gestalt