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Der Kleine Herr Friedemann : Novellen
Entstehung
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Wiedersehen in München auffiel undauch nachher in Rom.

Unsere Kameradschaft dauerte wäh-rend all der Schuljahre ungefähr ausdemselben Grunde fort, aus welchem sieentstanden. Es war das „Pathos derDistanz“ dem grössten Teile unsererMitschüler gegenüber, das jeder kennt,der mit fünfzehn Jahren heimlich Heineliest und in Tertia das Urteil über Weltund Menschen entschlossen fällt.

W T ir hatten — ich glaube, wir warensechzehn Jahre alt — auch zusammenTanzstunde und erlebten infolge dessengemeinsam unsere erste Liebe.

Das kleine Mädchen, das es ihm an-gethan, ein blondes, fröhliches Geschöpf,verehrte er mit einer schwermütigenGlut, die für sein Alter bemerkenswertwar und mir manchmal direkt unheim-lich erschien.

Ich erinnere mich besonders einerTanzgesellschaft. Das Mädchen brachteeinem anderen kurz nacheinander zweiCotillonorden und ihm keinen. Ichbeobachtete ihn mit Angst. Er standneben mir an die W T and gelehnt, starrteregungslos auf seine Lackschuhe undsank plötzlich ohnmächtig zusammen.Man brachte ihn nach Hause, und erlag acht Tage krank. Es erwies sich