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Der Kleine Herr Friedemann : Novellen
Entstehung
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Er antwortete nicht und blickte aufdie grüne, schimmernde Fläche, der siesich näherten. Man konnte das jenseitigeUfer erkennen, die Wallanlagen. Alssie die Allee verliessen und auf denGrasplatz hinaustraten, der sich zumFlusse hinabsenkte, sagte Frau vonRinnlingen:

„Hier ein wenig nach rechts ist unserPlatz; sehen Sie, er ist unbesetzt.“

Die Bank, auf der sie sich nieder-liessen, lehnte sich sechs Schritte seit-wärts von der Allee an den Park. Hierwar es wärmer als zwischen den breitenBäumen. Die Grillen zirpten in demGrase, das hart am Wasser in dünnesSchilf überging. Der mondhelle Flussgab ein müdes Licht.

Sie schwiegen beide eine Weile undblickten auf das Wasser. Dann aberhorchte er ganz erschüttert, denn derTon, den er vor einer Woche ver-nommen, dieser leise, nachdenklicheund sanfte Ton berührte ihn wieder:

„Seit wann haben Sie Ihr Gebrechen,Herr Friedemann?“ fragte sie. „SindSie damit geboren?“

Er schluckte hinunter, denn die Kehlewar ihm wie zugeschnürt. Dann ant-wortete er leise und artig:

„Nein, gnädige Frau. Als kleinesKind liess man mich zu Boden fallen;daher stammt es.“ 4