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Der Kleine Herr Friedemann : Novellen
Entstehung
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„Und wie alt sind Sie nun?“ fragtesie weiter.

„Dreissig Jahre, gnädige Frau.“

„Dreissig Jahre,“ wiederholte sie.„Und Sie waren nicht glücklich, diesedreissig Jahre?“

Herr Friedemann schüttelte den Kopf,und seine Lippen bebten. „Nein,“sagte er; „das war Lüge und Ein-bildung.“

„Sie haben also geglaubt, glücklichzu sein?“ fragte sie.

„Ich habe es versucht,“ sagte er, undsie antwortete:

„Das war tapfer.“

Eine Minute verstrich. Nur die Grillenzirpten, und hinter ihnen rauschte esganz leise in den Bäumen.

„Ich verstehe mich ein wenig auf dasUnglück,“ sagte sie dann. „SolcheSommernächte am Wasser sind dasbeste dafür.“

Hierauf antwortete er nicht, sondernwies mit einer schwachen Gebärde hin-über nach dem jenseitigen Ufer, dasfriedlich im Dunkel lag.

„Dort habe ich neulich gesessen,“sagte er.

„Als sie von mir kamen?“ fragte sie.

Er nickte nur.

Dann aber bebte er plötzlich aufseinem Sitz in die Höhe, schluchzte auf,