Notwendigkeit für das Land gewesen sei - und begriff gar nicht,wie es Widerspruch da überhaupt geben könne. Nach seinerGewohnheit in solchen Fällen, d.h. wenn ein Standpunkt ihmallzu neu war, bohhte^ er seine blauen Augen, bei entrüstetaufgeworfenen Lippen, abwechselnd in mein rechtes und linkesAuge, während ich sprach. Ich muss sagen, und nahm es miteiner gewissen Überraschung wahr, dass der Gegenstand michberedt machte, obgleich er mich bisher kaum beschäftigt hat-te, Ich fand jedoch, dass ich mir unterderhand eine dezi-dierte Meinung darüber gebildet hatte. Wahnsinn, so setzteich auseinander, sei ein recht schwankender Begriff, dender Spiessbürger allzu beliebig, nach zweifelhaften Crite-rien, handhabe. Sehr früh, ganz dicht bei sich selbst undseiner Gemeinheit setze ein solcher die Grenze vernünfti-gen Benehmens an, und was darüber gehe, sei Narrheit. Diekönigliche Daseinsform aber, souverän,von Devotion umgeben,der Kritik und Verantwortung sehr weitgehend enthoben undbei der Entfaltung ihrer Würde zu einem Stil legitimiert,der auch dem reichsten Privatmann verwehrt sei, biete denphantastischen Neigungen, den nervösen Bedürfnissen und Verab-scheuungen, den befremdenden Leidenschaften und Begierdenihres Trägers einen Spielraum, dessen stolze und völlige
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Ausnutzung sehr leicht den Aspekt des Wahnsinns biete. Wel-chem Sterblichen unterhalb dieser Höhe stünde es denn frei,sich goldene Einsamkeiten an erlesenen Punkten landschaft-licher Herrlichkeit zu schaffen, wie Ludwig es getan habe!
Diese Schlösser seien Monumente königlicher Menschenscheu,allerdings. Allein wenn es bei den durchschnittlichen Eigen-schaften unserer Spezies kaum erlaubt sei, Menschenfluchtallgemein für ein Symptom der Verrücktheit zu nehmen, -warum sollte diese Erlaubnis gerade dann gegeben sein, wenndie Scheu sich in königlichen Formen äussem könne?
Aber sechs studierte und berufene Irrenärzte hätten amtlich
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