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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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von der Idee seiner Majestät erfüllten Tage verbrachte, sichvon Bülow Vorspielen lies, der charmierenden Stimme Kainzenslauschte. Der grösste Raum in Pürstenschlössern pflegt derTronsaal zu sein. Hier gibt es keinen. Es gibt statt dessendas Schlafzimmer, de sen Dimensionen im Verhältnis zu derKleinheit der Tag-Aufenthalte gewaltig sind, und dessen fei-erlich erhöhtes Paradebett, kurz wirkend durch seine über-triebene Breite, wie ein Aufbahrungslager von goldenen Kande-labern flankiert ist.

Mit anständigem Interesse, auch wohl mit verhohlenem Kopf-schütteln nahmen wir alles in Augenschein und setzten dannbei aufklärendem Himmel unsere Pahrt gegen Ettal fort, daswegen seiner Benediktiner-Abtei und zugehörigen Barockkircheeines guten architektonischen Rufs geniesst. Ich erinneremich, dass während der Weiterfahrt und dann in dem den from-men Stätten schräg gegenüberliegenden, sauber geführten Ho-tel, wo wir unser Diner einnahmen, das Gespräch sich andau-ernd um die Person des, wie man so sagt, "unglücklichen"

(warum eigentlich unglücklichen?) Königs drehte, mit dessenexzentrischer Lebenssphäre wir eben in einige Berührung ge-kommen. Die Erörterung wurde nur durch die Besichtigung derKirche unterbrochen und war im Wesentlichen eine Kontroversezwischen Rudi Schwerdtfeger und mir über den sogenanntenWahnsinn, die Regierungsunfähigkeit, die Enttronung und Ent-mündigung Ludwigs, die ich zu Rudis grösstem Erstaunen fürungerechtfertigt und für eine brutale Philisterei, wie übri-gens auch für ein Werk der Politik und des sukzessorischenInteresses erklärte.

Jener nämlich stand ganz bei der nicht sowohl volkstüm-lichen als bourgeoisen und offiziell gegebenen Auffassung,dass der König "knallverrückt", wie er sich ausdrückte, undseine Überhändigung an die Psychiater und Irrenwärter, dieEinsetzung einer geistig gesunden Regentschaft eine unbedingte

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