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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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den kompletten Wahnsinn des Königs festgestellt und seineInternierung für notwendig erklärt!

Das hätten diese gefügigen Gelehrten getan, weil sie ebendazu berufen gewesen seien, und sie hätten es getan, ohneLudwig je gesehen, ohne ihn auch nur nach ihren Methoden“untersucht", ohne ein Wort mit ihm gesprochen zu haben.Allerdings hätte wohl auch ein Gespräch mit ihm über Musikund Poesie diese Spiesser von seinem 'Wahnsinn überzeugt.

Auf Grund ihres Spruches habe man dem zweifellos aus derNorm Fallenden, darum aber durchaus nicht Verrückten, dieVerfügung über sich selbst entzogen, ihn zum psychiatrischenPatienten erniedrigt, ihn in ein Seeschloss mit abgeschraub-ten Türklinken und vergitterten Fenstern gesperrt. Dasser das nicht ertragen, sondern Freiheit oder Tod gesuchtund dabei seinen ärzlichen Kerkermeister mit sich in denTod gerissen habe, spreche für sein Würdegfühl und nichtfür die Wahnsinnsdiagnose. Es spreche für diese auch dasVerhalten seiner Umgebung nicht, die bis zur Kampfbereitschaftan ihm gehangen, noch spreche dafür die schwärmerische Lie-be der Landbevölkerung für ihren "Kini“. Diese Bauern hät-ten, wenn sie ihn nächtlich ganz allein, in seinen Pelz ge-hüllt, bei Fackelschein, in goldenem Schlitten mit Vorrei-tem durch seine Berge hätten fahren sehen, keinen Verrück-ten, sondern einen König nach ihrem derben, aber träumerischenHerzen in ihm erblickt, und wäre es ihm gelungen, über denSee zu schwimmen, wie er es offenbar vorgehabt habe, so hät-ten sie ihn drüben mit Heugabeln und Dreschflegeln gegen Me-dizin und Politik verteidigt.

Aber seine Verschwendungssucht sei doch ausgemacht krank-haft und nicht länger tragbar gewesen, und seine Regierungs-fähigkeit habe sich einfach aus seiner Unwilligkeit zum Regie-ren ergeben: er habe das Königsein nur noch geträumt, sichaber geweigert, es nach vernünftigen Normen auszuüben, und

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