gebrochen, ins Mütterliche zurückkehrt. Meine Überzeugungaber, die auf unmissverständlichen Eindrücken beruht, istes, dass dieses, das Mütterliche, solche tragische Heimkehrbei allem Jammer nicht ohne Genugtuung, nicht ohne Zufrieden-heit erfährt. Einer Mutter ist der Ikarusflug des Helden-Sohnes, das steile Mannesabenteuer des ihrer Hut Entwach-senen, im Grunde eine so sündliche wie unverständliche Ver-irrung, aus der sie auch immer das entfremdet-geistesstrenge"Weib, was habe ich mit dir zu schaffen!" mit heimlicherKränkung vernimmt, und den Gestürzten, Vernichteten, das"arme, liebe Kind", nimmt sie, alles verzeihend, in ihrenSchoss zurück, nicht anders meinend, als dass er besser ge-tan hätte, sich nie daraus zu lösen.
Ich habe Gründe zu glauben, dass in der Tiefe von Adriansgeistiger Nacht ein Grauen vor dieser sanften Erniedrigung,ein instinktiver Unwille dagegen, als Rest seines Stolzes,lebendig war, bevor er sich, im trüben Genuss der Bequemlich-keit, die eine erschöpfte Seele doch auch wohl durch die gei-stige Abdankung gewinnt, darein gab. Für diese triebhafteEmpörung und den Drang zur Flucht vor der Mutter spricht,wenigstens zum Teil, der Selbstmordversuch, den er beging,als wir ihm zu verstehen gegeben hatten, Elsbeth Leverkühnsei von seiner Unpässlichkeit benachrichtigt und befinde sichauf dem Wege zu ihm. Der Hergang war dieser:
Nach dreimonatiger Behandlung in der von Hösslin*sehenAnstalt, wo ich den Freund nur selten und immer nur wenigeMinuten sehen durfte, war ein Grad der Beruhigung - ich sagenicht: der Besserung, aber der Beruhigung erreicht, der demArzt die Zustimmung zu einer privaten Pflege in dem stillenPfeiffering erlaubte. Auch finanzielle Gründe sprachen dafür.So nahm die gewohnte Umgebung den Kranken wieder auf. Erhatte dort anfangs die Überwachung durch den Wärter zu dul-den, der ihn zurückgebracht. Sein Verhalten aber schien die
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