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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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gentlich darauf hingewiesen. Werde ich wieder einer huma-nistischen Prima den Kultur-Gedanken ans Herz legen, in wel-chem Ehrfuicht vor den Gottheiten der Tiefe mit dem sitt-lichen Kult olympischer Vernunft und Klarheit zu einer Fröm-migkeit verschmilzt? Aber ach, ich fürchte, in dieser wil-den Dekade ist ein Geschlecht herangewachsen, dass meineSprache so wenig versteht, wie ich die seine, ich fürchte,die Jugend meines Landes ist mir zu fremd geworden, als dassich ihr Lehrer noch sein könnte, - und mehr: Deutschlandselbst, das unselige, ist mir fremd, wildfremd geworden, ebendadurch, dass ich mich, eines grausigen Endes gewiss, vonseinen Sünden zurückhielt, mich davor in Einsamkeit barg.

Muss ich mich nicht fragen, ob ich recht daran getan habe?

Und wiederum: habe ich’s eigentlich getan? Ich habe einemschmerzlich bedeutenden Menschen angehangen bis in den Todund sein Leben geschildert, das nie aufhörte, mir liebendeAngst zu machen. Mir ist, als käme diese Treue wohl aufdafür, dass ich mit Entsetzen die Schuld meines Landesfloh.

Pietät verbietet mir, auf den Zustand einzugehen, in wel-chem Adrian damals aus der zwölfstündigen Bewusstlosigkeitzu sich kam, worin der paralytische Choc am Klavier ihn ver-senkt hatte. Nicht zu sich kam er, sondern fand sich wiederals ein fremdes Selbst, das nur noch die ausgebrannte Hülleseiner Persönlichkeit war und mit dem, der Adrian Leverkühngeheissen, im Grunde nichts mehr zu tun hatte. Meint dochdas Wort "Demenz" ursprünglich nichts anderes, als dieseAbweichung vom eigenen Ich, die Selbstentfremdung.

Ich sage so viel, dass seines Bleibens in Pfeifferingnicht war« Rüdiger Schildknapp und ich übernahmen die schwere

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